Nachwuchs im Blick
Am Telefon: Placido Domingo
Herr Domingo, kommt ein Belkantotenor reinsten Wassers aus Italien?
Nein, ich bin Spanier, in Madrid geboren.
Wann und wie begannen Sie zu musizieren?
Als ich neun Jahr e alt war, befreundete ich mich mit dem Klavier. Ich wollte Dirigent werden. Auch sang ich nebenher – natürlicherweise, denn sowohl mein Vater als auch meine Mutter waren Sänger der spanischen Zarzuela. Ich hatte ihnen sehr gut zugehört, als ich, sechzehnjährig, beschloß, intensiv Gesang zu studieren.
Einen richtigen Lehrer habe ich nie gehabt, nur Vorbilder, denen ich Technik und Musikalität abgehört habe, wie Di Stefano, Gigli, Björling und Tucker.
Wie begann Ihre Karriere?
Mein sängerisches Debüt gab ich als Zarzuela-Sänger und zwar als Bariton.
Neunzehnjährig wechselte ich dann ins Opernfach. Inzwischen waren meine Familie und ich nach Mexiko City übergesiedelt. Dort ging ich ins erste Engagement als Tenor, sang Cassio in «Otello» und Cavaradossi. Dann folgten mehrere Engagements in den USA und 1962 holte mich die Oper in Tel Aviv, eigentlich nur für sechs Monate, aus denen dann zweieinhalb Jahre wurden. Ich sang dort zweihundertachtzig Vorstellungen.
Ich frage nach seinen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wenn man als Operndirektor eine junge Sängerin, die im internationalen Geschäft noch keinen Namen hat, mit der Titelpartie in Puccinis «Madama Butterfly» betraut und davon überzeugt ist, dass sie diese Partie nicht nur am Premierenabend, sondern im Laufe der Saison zwanzigmal singen und spielen kann, wird einem von verschiedener Seite viel Mut zum Risiko...
Herr Holender, Sie haben einmal gesagt, Operndirektor sei kein Beruf, sondern eine Situation, in die man gerät. Ist ein Operndirektor jemand, der nicht weiß, welchen Beruf er verfehlt hat?
In gewissem Sinn schon. Denn man kann diesen Beruf nirgends lernen. Wer wird denn Operndirektor? Da sind einmal die Sänger am Ende einer Karriere, weil sie sich auskennen im...
«Die Kunst blüht, ist an der Herrschaft, streckt ihr rosenumwundenes Zepter über die Stadt hin und lächelt.» Ein Paradies. Und exakt 108 Jahre her. Es war Thomas Mann in der Novelle «Gladius Dei», der damals so von der Isarstadt schwärmte. Sein Fazit: «München leuchtete», was zu einer fast gleichnamigen kommunalen Medaille, zu «München leuchtet» führte, mit der die...
