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Wagner: Götterdämmerung
GÖTEBORG | OPERAN

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Auf den Plakaten zur Göteborger «Götterdämmerung» prangt nicht etwa Richard Wagners deutscher Titel des dritten und letzten Tages seiner Tetralogie. Vielmehr steht da in großen Lettern «Ragnarök» geschrieben. Jüngeren Besuchern fällt dazu die gleichnamige dänisch-norwegische Fantasy-Serie ein, die nordischen Mythos und aktuelle Umweltzerstörung kurzschließt. Für alle anderen ist das Epos vom endzeitlichen Kampf der Götter und Riesen, der in einem die Welt verzehrenden Brand mündet, tief im kollektiven Gedächtnis gespeichert.

Ebenso bewusst ist den Nordländern, dass die Ragnarök zwar vom Untergang der alten Ordnung erzählt, im letzten Kapitel indes dezidiert vom Aufgang einer neuen Welt kündet. Chaos und Ordnung finden darin zu einer höheren Harmonie.

Auch Wagner setzt in der musikalisch vermittelten mystischen Hochzeit von Brünnhilde und Siegfried sowie dem Aufscheinen des Erlösungsmotivs in den letzten Takten der «Götterdämmerung» vernehmliche Zeichen der Hoffnung. Vielen Regisseuren ist so viel utopischer Vorschein, auf den Ernst Bloch mit Blick auf Wagner hinwies, heute nur noch sehr bedingt geheuer. So lässt just der Norweger Stefan Herheim den Restmüll seiner Berliner ...

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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Peter Krause

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