Musicircus à la cage

Wertmüller: Ein Ermordeter aus Warschau beim Kunstfest Weimar

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Der Genregrenzen überwindende Schweizer Komponist Michael Wertmüller hat nicht nur seine Adorno-Hausaufgaben erledigt, sondern das aus dessen Musikmanifest «Philosophie der Neuen Musik» von 1948 Gelernte musiktheatralisch eindrücklich aktualisierend wie notwendigerweise postmodern gebrochen umgesetzt: So lautet das positive Fazit nach der Uraufführung von Wertmüllers collageartig-dadaistischem, medienkünstlerisch durchsetztem Bewusstseinsstrom in fünf Akten mit dem Titel «Die Harmonielehre #3: Ein Ermordeter aus Warschau» beim Kunstfest Weimar.

In der episodenhaft angelegten Regie von Sven Holm sowie im Drive eines von Vicente Larrañaga mit allen Neue Musik- und Jazzwassern gewaschenen Kammerensembles geriet die mobile Produktion der Berliner Kompanie Novoflot wahrlich zu einem von Cage beeinflussten Musicircus mit haftendem Eindruck. Hintergrund ihrer Opern -serie bildet die Tatsache, dass die Aufführungsrechte an Arnold Schönbergs Werken 70 Jahre nach dem Tod des Komponisten frei geworden sind. Interessante Nebennotiz: Bis 1933 galten die Aufführungsrechte 50 Jahre, die an Richard Wagners Werken drohten auszulaufen. Adolf Hitler erfüllte der späterhin ewiggestrigen Winifred ...

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Opernwelt November 2024
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Achim Heidenreich

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