Orejón y Aparicio: «La esfera de Apolo», Lucía Martín-Cartón (Sopran), Soledad Cardoso (Sopran), Fernando Guimarães (Tenor); Música Temprana, Adrián Rodríguez Van der Spoel; Cobra Records 0051 (CD); AD: 2015
Mischklänge aus Lima
Barockmusik aus Südamerika? Das ist in der Alten Welt immer noch weitgehend terra incognita. Obwohl die kulturelle Kolonisierung des Kontinents durch Spanier und Portugiesen natürlich nicht nur über Sprache und Bilder, sondern auch über Klänge erfolgte. In den Missionsstationen und Kirchen der Eroberer gehörten Gesänge, kleine Orgelwerke, Ensembles (nach vornehmlich italienischen Mustern) schon früh zum Alltag – oft aus der Feder heute namenloser Priester.
Seit vielen Jahren versucht der aus Argentinien stammende Musiker, Komponist und Dirigent Adrián Rodríguez Van der Spoel, diese – meist miserabel dokumentierten – Schätze wieder ans Licht zu bringen. In (seiner Wahlheimat) Amsterdam hat er u. a. bei Paul van Nevel Alte Musik studiert, dort 1996 auch die Formation gegründet, mit der er die Fundstücke seiner Forschungsreisen einstudiert: Música Temprana.
Das jüngste Projekt: Kompositionen von José de Orejón y Aparicio (1706-1765). Orejón, Sohn eines Spaniers und einer Peruanerin, war der erste gebürtige Südamerikaner, der es zum Organisten und Kapellmeister der Kathedrale in Lima brachte. Rund 40 Kompositionen verzeichnet eine Liste aus dem Jahr 1809, überliefert sind allerdings ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Albrecht Thiemann
alpha
02.12. – 00:35 Uhr
Dmitri Schostakowitsch – ein Mann mit vielen Gesichtern
Das Werk von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) ist ein Lehrstück darüber, wie man auch im stalinistischen System seine schöpferische Freiheit als Künstler erhalten konnte. Filmemacher Reiner E. Moritz, der den Komponisten persönlich gekannt hat, konnte für diese Dokumentation auf...
Marc-Antoine Charpentier (1643-1704) – der breiteren Hörerschaft eher als Komponist eines Te Deums und der aus diesem gefilterten Eurovisionsfanfare bekannt – nahm sich des Orpheus-Mythos lange vor Gluck an. Doch seine Tragédie lyrique «La Descente d'Orphée aux Enfers» aus den Jahren 1686-87 blieb vermutlich unvollendet. Geschrieben als Kammeroper für das zehn...
Vor der Endrunde herrscht in der Gütersloher Stadthalle hinter der Bühne aufgekratzte Stimmung. Die zehn Finalisten huschen festlich aufgerüscht, summend und trillernd in die Maske, schließlich wird das Finale live im Internet gestreamt. Legerer sind die Verlierer der letzten Runden, die noch vor Ort sind und alles andere als Missgunst verbreiten. Sondern...
