Mezzo und Sopran
Cooles Cover: Gnadenlos frontal fixiert Aleksandra Kurzak (sie muss es wohl sein, Vergleiche mit weniger stark bearbeiteten Photos im Booklet des Albums lösen gleichwohl Zweifel aus) den Betrachter, die Augen hinter einer insektenaugengroßen Sonnenbrille verborgen. Lange Ohrgehänge hört man beim Betrachten schon klimpern, die Haare verschwinden unter einem streng drapierten Tuch. Von Kraft und Eleganz erzählt dieses Bild, von Selbstbewusstsein – und vom Chic der 1960er- und 1970er-Jahre, als sich die Schönen und Reichen an der Côte d’Azur trafen.
Was hat das mit Cornélie Falcon zu tun, der Aleksandra Kurzak diese Aufnahme gewidmet hat? Die Epoche, die hier zitiert wird, jedenfalls nicht: Falcon lebte von 1814 bis 1897, kaum sieben Jahre reichten ihr aus, um als Sängerin Legendenstatus zu erreichen. Sieben Jahre allerdings auch, in denen sie die Reserven ihrer Stimme gnadenlos aufbrauchte. Mitten in einer Aufführung brach ihr die Stimme, die Versuche sie wieder herzustellen waren zahlreich, letztlich aber erfolglos. Falcon zog sich von der Bühne zurück und starb von den Zeigenossen nahezu vergessen. Ein eigenes Stimmfach wurde nach ihr benannt: der «falcon soprano», eine Stimme, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 25
von Clemens Haustein
Herr Zielke, die erste Information auf Ihrem Facebook-Account lautet «Ich bin 1,87 Meter groß». Warum ist das so wichtig?
Der Eintrag ist 20 Jahre alt, glaube ich. In den Sozialen Netzwerken wird ja Selbstdarstellung großgeschrieben. Hobbys wie Reiten, Reisen – da fand ich eine solche Banalität ganz passend.
Wie wichtig ist Social Media in Ihrem Beruf?
Sehr...
Die einen glauben, Gustav Mahler sei der Autor der berühmten Zeilen: «Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles 50 Jahre später.» Andere Quellen vermuten Karl Kraus hinter dem Bonmot, das vielleicht noch immer stimmt, vielleicht aber auch längst überholt ist. Denn wie ist es zu erklären, dass allen (Welt-)Krisen und...
Grace Bumbry als «schwarze Venus» und Simon Estes als «schwarzer Wotan» hatten längst das arische Bayreuth erobert, da mussten sich Sängerinnen und Sänger aus Fernost noch immer mit dem Choristen-Dasein begnügen. Echte Weltkarrieren gelangen nur der Chinesin He Hui, der Japanerin Mihoko Fujimura sowie Kwangchul Youn und Samuel Youn aus Korea. Deren Landsfrau...
