Manche lieben das «excitement»
2019 ist nicht nur Offenbach-Jahr, im Dezember jährt sich auch zum 200. Mal der Geburtstag jenes bedeutenden Schriftstellers, der hinter der vorgeblichen Ereignislosigkeit seiner Texte eine unbändige sprachliche Kreativität und Musikalität durchblicken ließ. Vermutlich hat gerade dieser Umstand dazu geführt, dass die Oper um die Romane Theodor Fontanes einen weiten Bogen machte – Ausnahmen wie Iris ter Schiphorsts und Helmut Oehrings «Effi Briest» oder Detlev Glanerts «Oceane» bestätigen die Regel.
Zu Liedern verarbeitet wurden einige seiner Balladen und Gedichte – von Tonsetzern aus der zweiten Reihe. Dabei wusste schon Fontane, dass die Herztöne des Kaiserreichs nicht ohne Musik schlugen. Eine Spurensuche
Er hatte es wenigstens versucht. Aber nun ging «ein Tubablasen los, als wären es die Posaunen des Letzten Gerichts. Mir wird immer sonderbarer, und als die Ouvertüre zu Ende geht, fühle ich deutlich: ‹noch 3 Minuten und du fällst ohnmächtig oder todt vom Sitz› Also wieder ’raus.» So beschreibt Theodor Fontane sein Inaugurationserlebnis im Musiktempel der Bayreuther Festspiele. Den «Parsifal»-Besuch im regennassen Sommer 1889 bricht er gleich nach dem Vorspiel ab, als er es im ...
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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Theodor Fontane, Seite 110
von Kerstin Schüssler-Bach
Herr Hagedorn, für Ihre Bücher über die Bach-Familie und Paris, die Musikhauptstadt des 19. Jahrhunderts, sind Sie zu vielen Originalschauplätzen gereist. Sehen Sie sich in der Tradition schreibender Flaneure wie Franz Hessel, Siegfried Kracauer oder Walter Benjamin?
Kracauers Offenbach-Buch oder Benjamins «Passagen-Werk» sind sicher Voraussetzungen meiner Arbeit....
«Große Oper – viel Theater?» lautet der Titel einer Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt über Bühnengebäude in Europa, die seit März 2018 durch die Bundesrepublik tourt. Die Schau stellt nicht nur ikonische Neubauten wie die Oper Oslo oder die Elbphilharmonie in Hamburg vor, sondern auch aufwändig sanierte und modernisierte Häuser wie die...
Vor 200 Jahren wurde er als Sohn eines Kölner Kantors geboren, schon mit 14 Jahren kam er nach Paris, damals die Welthauptstadt der Musik und schönen Künste. Dort brachte er es zum erfolgreichsten Komponisten neben (dem aus Berlin zugereisten) Giacomo Meyerbeer. Und doch blieb Jacques Offenbach in der feinen Gesellschaft, die sich an der Seine köstlich über den...
