«Man darf die Wahrheit nicht schminken!»

Es ist kein Zufall, dass er sechs Mal zum «Regisseur des Jahres» gewählt wurde. Peter Konwitschny zählt zu den Größten seines Fachs. Nun wird er 80. Grund genug für ein Gespräch über lausige Zeiten, dialektisches Denken, eine möglicherweise erfrischende «Ring»-Pause und Political Correctness

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Lieber Herr Konwitschny, ist die beste aller möglichen Welten noch zu retten?
Woher soll ich das denn wissen? Allein die Frage ist schon falsch. Jedenfalls kann ich sie nicht beantworten. Aber ich will es mal so sagen: Es wäre furchtbar, wenn es so bliebe, wie es jetzt ist.

Wie aber sollen wir die Generation unserer Kinder davon überzeugen, dass der Hegel’sche Imperativ vielleicht doch noch Gültigkeit erlangt, wonach die Geschichte ein Prozess zur und der Freiheit ist und dieser Prozess auf eine höhere Vernunft zusteuert.

Woher Hoffnung nehmen?
Heiner Müller hat einmal gesagt, dass man die Krisen ins höchste Maß treiben muss; nur dann könne etwas Neues entstehen.

Also erstmal die Apokalypse und dann eine Art Reload?
Die Apokalypse war ja schon oft genug da: in der Vor- und Frühzeit und auch im letzten Jahrhundert – zwar nicht für uns, aber für andere Menschen. Wenn ich zugrunde lege, was ich weiß, was ich gelesen und gesehen habe, gibt es keine Möglichkeit einer Umkehr zum Lebbaren. Aber ich will ja mein Leben nicht beenden, weil das so ist. Wir alle haben doch den Wunsch zu leben – gut zu existieren und weiter zu existieren, in Beziehungen zu anderen Menschen zu sein, die mit ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Interview, Seite 32
von

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