«Man darf die Wahrheit nicht schminken!»
Lieber Herr Konwitschny, ist die beste aller möglichen Welten noch zu retten?
Woher soll ich das denn wissen? Allein die Frage ist schon falsch. Jedenfalls kann ich sie nicht beantworten. Aber ich will es mal so sagen: Es wäre furchtbar, wenn es so bliebe, wie es jetzt ist.
Wie aber sollen wir die Generation unserer Kinder davon überzeugen, dass der Hegel’sche Imperativ vielleicht doch noch Gültigkeit erlangt, wonach die Geschichte ein Prozess zur und der Freiheit ist und dieser Prozess auf eine höhere Vernunft zusteuert.
Woher Hoffnung nehmen?
Heiner Müller hat einmal gesagt, dass man die Krisen ins höchste Maß treiben muss; nur dann könne etwas Neues entstehen.
Also erstmal die Apokalypse und dann eine Art Reload?
Die Apokalypse war ja schon oft genug da: in der Vor- und Frühzeit und auch im letzten Jahrhundert – zwar nicht für uns, aber für andere Menschen. Wenn ich zugrunde lege, was ich weiß, was ich gelesen und gesehen habe, gibt es keine Möglichkeit einer Umkehr zum Lebbaren. Aber ich will ja mein Leben nicht beenden, weil das so ist. Wir alle haben doch den Wunsch zu leben – gut zu existieren und weiter zu existieren, in Beziehungen zu anderen Menschen zu sein, die mit ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Interview, Seite 32
von
Nicht, dass es in den zwei Jahrzehnten zuvor schlecht gelaufen wäre, keineswegs. Immerhin wurde während der Intendanz von Eric Vigié der hochmoderne Anbau, mit dem die Opéra de Lausanne eine eigene Produktionsstätte erhielt, seiner Funktion übergeben. Doch mit der Ankunft von Claude Cortese, dem neuen Intendanten der Opéra de Lausanne, hat jetzt auch künstlerisch...
Am Abend des Jahres 1837 ging an der Pariser Oper der Tenorgesang eine freundliche Allianz mit der Athletik ein. Und zwar dank Gilbert Louis Duprez als Melchthal in Rossinis «Guillaume Tell»: In der Arie «Asile héréditaire» schleuderte er ein ut de poitrine, ein aus dem Brustregister gestemmtes hohes C, in den Raum wie ein Hammerwerfer sein Gerät. Es war quasi die...
Starkes Cover. Eine Frau mit blondgelockten Haaren im Stil der «Sixties», den Mund weit geöffnet, vielleicht zum Schrei. Ihr Blick ist herausfordernd, fast provozierend in seiner Fixierung auf einen Gegenstand oder etwas anderes, das außerhalb des Bildes liegt. Cathy Berberian konnte so gucken, sie war eine große Performerin, doch bevor sich Anne-May Krüger den...
