Mahnung mit Wirkung

Koffler: Alles durch M. O. W. FREIBURG | THEATER

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Lemberg, das heutige Lwiw in der West-Ukraine, war ein kulturelles Zentrum des Habsburgerreiches und blieb es auch nach dessen Untergang. Ende der 1920er-Jahre hatte Józef Koffler dort eine Professur für atonale Harmonielehre und Komposition inne; er führte die Ideen der Schönberg-Schule weiter. Wie kommt es, dass sein Musiktheater «Alles durch M. O. W.

» (1932), von dem immerhin ein Klavierauszug existiert, erst jetzt am Theater Freiburg, der Partnerstadt von Lwiw, zur Uraufführung gelangt?

Der Freiburger Kompositionsprofessor Johannes Schöllhorn setzt sich seit Jahrzehnten mit der Musik des 1944 von den Nazis ermordeten Künstlers auseinander. Da die Partitur als verschollen gilt, hat Schöllhorn eine eigene Instrumentation verfasst. Ausgehend von einem Salonorchester mit ein paar unkonventionellen Ergänzungen – Akkordeon statt Harmonium, außerdem eine Harfe – bringt sie Kofflers Musik kongenial zur Entfaltung. «Alles durch M. O. W.» ist ein musikalisches Chamäleon. Stilistisch angesiedelt zwischen Operette, Revue und Kantate, wird der Einakter von zeitgenössischen Tanzformen dominiert: Ragtime, Walzer, Habenera ... Weit stärker ins Atonale verfremdet als etwa bei Weill, ist die ...

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Opernwelt August 2025
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Alexander Dick

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