Lust auf die Knochenmühle
Herr Welser-Möst, neue Besen, sagt man, kehren gut. Nun haben Sie hier an der Wiener Staatsoper schon die letzten Jahre musikalisch mitgeprägt. Was könnte Ihrer Meinung dennoch besser werden?
Zunächst einmal hat diese Tätigkeit mir die Chance gegeben, das Haus sehr gut kennenzulernen. Natürlich, wie die Amerikaner sagen, «there’s always room for improvement». Gerade im musikalischen Bereich hat dieses Haus, vor allem was das Sängerensemble betrifft, das ja immerhin 50 Mitglieder hat, einigen Betreuungsbedarf.
Da werde ich mich darum kümmern – das geht weit darüber hinaus, dass ich, wie es in meinem Vertrag steht, 35 Abende dirigiere. Ich bin wahrscheinlich der erste Musikalische Leiter hier, der sich wirklich auch um einzelne Sänger kümmert – das scheint sehr altmodisch und war lange nicht der Brauch. Aber da kann man über Jahre hin einiges an den Sängerentwicklungen verändern.
In seinem Buch erwähnt Ioan Holender, dass Sie eigentlich sein Nachfolger hätten werden sollen. Sie seien enttäuscht gewesen, dass es dann nicht so gekommen ist.
Das ist ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können. Wenn ich enttäuscht gewesen wäre, wäre ich ja dumm, das Amt des ...
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Frau Petersen, auf Ihrer neuen CD interpretieren Sie Liebeslieder von Robert Schumann – gemeinsam mit Anke Vondung, Werner Güra und Konrad Jarnot sowie den Pianisten Christoph Berner und Camillo Radicke. In dem Zyklus «Spanisches Liederspiel» op. 74 findet sich eine der wenigen Solo-Nummern: «Melancholie». Sie singen das, als ob Sie das Verzweifeln an der «Qual...
Christoph!!
«Kein Bock auf Himmel! Ich will noch hierbleiben»,
hast du immer und immer wieder beschwörend gerufen.
Und du hast Recht behalten.
Du bleibst hier!
Auch wenn du einen gemeinen, ungleichen Kampf, der nicht zu gewinnen ist,
jetzt verloren hast.
Du bleibst hier.
Obwohl, wenn man sich ansieht, was die da oben mit ihrer Vorsehung treiben,
haben die dich...
Sängerin und Sänger des Jahres 2010 sind Marlis Petersen und Christian Gerhaher. Zur Uraufführung des Jahres wurde Aribert Reimanns «Medea» gewählt, Dirigent des Jahres ist Ingo Metzmacher. Einen Überblick aller Gewinner in diesem Jahr finden Sie hier.
Ebenfalls in der aktuellen Ausgabe:
Wiener Welt:
Nach 19 Jahren ist die Ära Ioan Holender an der Wiener Staatsoper...
