Lust am Untergang

Strawinskys «The Rake’s Progress» am Theater Basel – von Kristiina Poska musikalisch brillant entkernt, in einer luxuriös-verspielten Inszenierung Lydia Steiers

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Der Schlussgag hätte besser nicht klappen können. Fröhlicher Applaus im erschreckend spärlich besuchten Theater Basel. Karl-Heinz Brandt, eben noch ein engagierter Auktionator, stolpert beim Schritt zurück, strauchelt und stürzt. In diesen Augenblicken passiert etwas Faszinierendes: Man kann spüren, wie das gewissermaßen kollektive «Hoppla» einer unschönen Angst und Ahnung weicht, da könne Schlimmeres passiert sein. Es raunt ringsum, dann quiekt es, während Brandt am Boden brüllt und der Inspizient hilflos auf die Bühne eilt.

Arbeitslicht! Vorhang! Nein, Kommando zurück und Schlussensemble: ha, reingelegt!

Die spielerische Präzision, mit der dieser Bühnentrick exekutiert wird, das Staunen und die Ratlosigkeit sind bezeichnend für die gesamte Basler Produktion. Einen Abend lang nämlich erweckt Lydia Steier mit Lust und vergnügten Sängerdarstellern die Tableaus in Strawinskys «Rake» zum Leben. Dafür hat ihr Katharina Schlipf eine opulente Bühne entworfen, die alles buchstäblich einrahmt. Erst ganz zum Schluss purzelt und poltert diese wundervoll absurde Moralkomödie ins Publikum. Man sollte sich eben doch nie zu sicher fühlen.

Dieser Rat gilt nicht zuletzt für den Teufel Nick ...

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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Clemens Prokop

Vergriffen
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