Liebesfreuden
Nicht nur durch ihre Liebeskünste wusste Madame Pompadour Louis XV. zu fesseln, sie sorgte sich auch um seine geistige Erbauung. Deshalb gab sie bei Jean-Philippe Rameau eine Opéra-ballet in Auftrag, die 1748 in ihrem Privattheaterchen zur Aufführung gelangte, mit ihr selbst in der Rolle der Venus. Neun Jahre später arbeitete Rameau, mittlerweile ein alter Mann, «Les Surprises de l’Amour» um, fügte einen neuen Teil («Anacréon») hinzu und brachte das Stück mit Erfolg an der Académie royale de musique, der Pariser Oper, heraus.
Man kann von einem Triptychon sprechen, in dem Ballett und Gesang gleichberechtigt nebeneinander stehen. In drei Einaktern wird ein und dasselbe Thema variiert: der vergebliche Kampf gegen die Listen Amors. Im ersten Stück («L’Enlèvement d’Adonis») kämpfen Diana und Venus um den keuschen Jüngling Adonis, in «La Lyre enchantée» stehen die intellektuellen Musen gegenüber den sinnlichen Sirenen bei Linus auf verlorenem Posten. Es kommt hier am Ende aber zu einem versöhnlichen Kompromiss wie auch im dritten Teil, wo Anacréon schließlich erlaubt wird, sowohl Bacchus wie auch Amor zu huldigen.
Rameaus Musik bietet ein Fest für die Sinne. Der Wechsel von Arietten und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Ob Filme unbedingt den Auftritt von Stars brauchten, wurden neulich die Coen-Brüder gefragt. Das sei, antworteten sie, «ein sehr kompliziertes Thema, über das man stundenlang reden könnte». In der Oper ist die Sache so eindeutig wie im Fußball: Stars auf dem Spielfeld, besser: ein Superstar, steigern für viele Menschen den Erlebniswert einer Veranstaltung, sie...
Frau Herlitzius, Ihr Operndebüt absolvierten Sie mit 30 Jahren relativ spät. Brauchen große Stimmen länger?
Ja, natürlich. Das Wissen darum scheint allerdings etwas verloren gegangen zu sein ... Es ist ja ein gewaltiger Unterschied, ob Sie eine Vespa fahren oder einen Schwerlaster. Und das Ziel ist, den Schwerlaster genauso flexibel zu lenken wie die Vespa. Es geht...
Halbnackte Steinstatuen im Garten bekamen ein Schamschürzchen, christliche Kreuze wurden durch neutrale Wappenschilde ersetzt, und ein Domestik durfte nicht mehr betrunken sein. Aber sonst hätte der 1988 verstorbene Regisseur Jean-Pierre Ponnelle seine zu Hause längst abgesetzte Inszenierung von Mozarts «Hochzeit des Figaro» aus dem Jahr 1972 auch im Oman sofort...
