Liebe ist kälter als der Tod
Drei DVD-Produktionen von Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» sind jetzt fast gleichzeitig auf den Markt gekommen – ein Beweis dafür, welchen Stellenwert diese frühe Oper seit Harnoncourts und Ponnelles Zürcher Pioniertat im Repertoire der großen internationalen Opernhäuser mittlerweile einnimmt.
Bereits 1997 brachte David Alden seine Inszenierung bei den Münchner Opernfestspielen heraus.
Mit dem damaligen Leitungs-Team, aber durchweg neuen Sängern schuf er zwölf Jahre später am Teatre del Liceu in Barcelona eine Reprise, die jetzt erfreulicherweise auf DVD erhältlich ist. Diese Produktion ist ein Theatervergnügen der Extra-Klasse, oft zum Brüllen komisch, aber mehr als ein Jux, durchaus auf der geistigen Höhe des luziden Textes von Francesco Busenello. In der Kostümierung Buki Shiffs werden die Zeiten – Römisches Altertum, venezianisches Barock und Jetztzeit – bunt durcheinandergewirbelt, auch die variable Szenerie Paul Steinbergs ist historisch ambivalent. Aldens Regie spielt mit den Versatzstücken der verschiedenen Genres – zitiert, ironisiert, persifliert, karikiert. Ein großes komisches Welttheater, bei dem Shakespeare wie Monty Python Pate gestanden haben.
Alden kann ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Medien CDs/DVDs, Seite 20
von Ekkehard Pluta
Das Buch ist ein Welterfolg. Gerade 31 Jahre alt, veröffentlichte die finnische Autorin Sofi Oksanen 2008 ihren Roman «Puhdistus», zu Deutsch «Fegefeuer». Mittlerweile ist er in 43 Sprachen übersetzt. In ihrem Heimatland hat er alle wichtigen Literaturpreise gewonnen, in den skandinavischen Ländern und Frankreich wurde er mehrfach ausgezeichnet, auch in Deutschland...
Lange Zeit gehörte Antonin Dvoráks «Rusalka» nicht gerade zu den Stützen des Repertoires. Das als zweite tschechische Nationaloper geltende Werk ist nicht leicht auf die Bühne zu bringen. Zeitgleich mit Debussys «Pelléas» entstanden, thematisiert «Rusalka» Naturmotive ungleich naiver, märchenhafter und überhöht sie zugleich ins Mystische. Nachdem Jossi Wieler und...
Folgt man Vergil, dann stirbt Dido am Ende einsam und verlassen. Doch Francesco Cavalli und sein Librettist Francesco Busenello schenken der karthagischen Königin nicht nur ihr Leben, sondern auch noch einen Gatten. Der schwer verletzte, überraschend von Merkur gerettete König Jarbas überzeugt Dido während ihres (scheiternden) Selbstmordversuchs von einem künftigen...
