Lichte Inseln im Lavastrom

Ein Meisterwerk: Franz Schmidts zweite Oper «Fredigundis»

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Dieser Konzert-Mitschnitt von 1979 bereichert über den rein künstlerischen Wert hinaus das ohnehin stark schillernde Bild des Komponisten Franz Schmidt um unbekannte Züge. «Fredigundis» ist sein modernstes Werk; der Dreiakter dürfte all jene Enthusiasten erstaunen, die Schmidt vor allem für das Vorspiel zu «Notre Dame», die vierte Symphonie C-Dur und das «Buch mit sieben Siegeln» bewundern. Damit hat «Fredigundis» wenig zu tun.

Die Oper hat überhaupt wenig zu tun mit dem angeblich erzreaktionären, zutiefst österreichisch fühlenden Musiker.

Vollendet 1921 und – nach dem notorischen Wiener Wickel – 1922 in Berlin uraufgeführt, kündet sie, streckenweise kakophon knisternd, vom Ende der klassisch-romantischen Dreiklangharmonik, ohne sich jedoch in die Sackgasse einer publikumsfeindlichen Kunstautonomie zu verirren. Mochte er noch so viel Bitonalität und vertrackten Kontrapunkt aufbieten, eine akkordisch wuchernde, gern auch fugierte Satzkunst sowie einen selten arios gestalteten Gesang, der mit den chromatisch flackernden Melodieverläufen der Instrumente verschmilzt – letztlich war Schmidt Ausdrucksmusiker. Man darf «Fredigundis» durchaus mit anderen Meisterwerken der Nachkriegsmoderne ...

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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 29
von Volker Tarnow

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