Leidende und Liebende

Skouen: Fram/Verdi: La traviata an der Oper Oslo

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Oslos Opernhaus soll mehr sein als nur ein Musentempel – begehbares Wahrzeichen der Stadt und gesellschaftlich relevanter Ort der Begegnung. Nach einigen schwierigen Jahren inklusive Corona-Pandemie zeigt sich das nun mit neuem Führungsteam auch in der Programmgestaltung.

Zur Spielzeiteröffnung kam ein Sujet auf die Bühne, das den Alltag vieler Menschen, nicht aber den offiziellen Diskurs bestimmt: «Fram» schildert die Welt- und Lebenswahrnehmung von Ameli, einer Frau, deren Leben von körperlichen Gebrechen und zunehmenden Konflikten mit ihrem Umfeld bestimmt wird, schließlich von Demenz.

Die Uraufführung in der technisch bestens ausgestatteten «Scene 2», der kleinen Spielstätte des Hauses, nimmt uns in eine Lebenswirklichkeit mit, die für Außenstehende immer fremder und nach innen immer intensiver wird: Ameli, eine pensionierte Soziologin (großartig verkörpert und gesungen durch Hege Høisæter), hat schon immer davon geträumt, den berühmten Polarforscher Fridtjof Nansen auf einer Expedition zu begleiten. Je größer die Beschwernisse im eigenen Haus und später im Heim werden, desto mehr bestimmen diese Träume ihre Realität. Sie trifft Hansen als blinde Passagierin auf seinem Schiff ...

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Opernwelt November 2023
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Stephan Knies

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