Lasst alle Hoffnung fahren

Puccini: Il trittico an der Deutschen Oper Berlin

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Diesmal lief alles nach Plan, nicht wie in Hamburg vor anderthalb Jahren, als die Premiere von «Il trittico» aufgrund eines Streiks zunächst verschoben und dann von empörten Besuchern lautstark gestört wurde. Der Regisseur hatte eine willkürliche Rahmenhandlung erfunden, und «O mio babbino caro» zitterte über die Saiten einer E-Gitarre. An Berlins Deutscher Oper herrscht die alte Ordnung, die drei Einakter erklingen ohne kommentierende Zusätze, doch gibt es ein paar Scharniere. Und die sind vor allem bunt.

Pınar Karabulut liebt Orange, Himmelblau, am meisten Rosa, ohne dass wir gleich eine Hommage an den Filmregisseur Praunheim dahinter vermuten müssten. Es geht überhaupt nicht provokativ oder auch nur veristisch zu – die Milde ist beinahe verstörend. Das Kloster wird entgegen der aufklärerischen Tradition als märchenhafter Ort voller Farben und Frohsinn gedeutet, durch den die gefangenen Frauen als niedliche Käfer trippeln. Sicher, die Nonnen dürfen nur an drei Tagen des Jahres in den Garten, und «Suor Angelica» spielt an einem dieser Tage; aber am Ende ereignet sich ein Selbstmord. Dieses Ende gestaltet Mané Galoyan durchaus berührend, obwohl sie in einer blauen Wurstpelle ...

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Opernwelt November 2023
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Volker Tarnow

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