Kranke Klänge

Nicht nur der Fall Rolando Villazóns zeigt die Folgen chronischer Überlastung. Warum wagen sich immer häufiger leichte Stimmen an dramatische Partien, die für sie ungeeignet sind? Aspekte einer fatalen Entwicklung

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Die Klage über den Niedergang dramatischer Stimmen ist nicht neu, so wenig wie das Hohe Lied auf die Heroinen und Heroen der Vergangenheit. Eine Birgit Nilsson, ein Jon Vickers  und ihresgleichen sind offenbar heute weit und breit nicht in Sicht. Dafür umso mehr Sänger, die – aus eigenem Antrieb oder vom Betrieb gedrängt – Raubbau am eigenen Material treiben. Besonders für «schwere» Verdi-Partien sehen nicht wenige Beobachter schwarz.

Gehören Interpreten für die dramatischen Partien in «Il trovatore», «La forza del destino»,«Aida» und «Otello» zu einer gefährdeten Spezies? Stehen gar große Teile des Kern­repertoires, wie eine empirische Studie nahelegt, auf dem Spiel? Anmerkungen zu einer alarmierenden Situation

Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ,
dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt,
ist die menschliche Stimme. (...) Der Genius der Menschenstimme
repräsentiert das menschliche Herz und dessen abgeschlossene,
individuelle Empfindung.
Richard Wagner

Der Tod der Oper ist schon oft beschworen, herbeigeredet und gewünscht worden. Sollte sich das Ende dieser «unmöglichen Kunstform» (Oscar Bie) durch Auszehrung erfüllen – dadurch, dass es schon bald ...

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Opernwelt Jahrbuch 2017
Rubrik: Stimmkrise, Seite 98
von Jürgen Kesting

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Regisseurin des Jahres: Yona Kim
Bühnenbildner des Jahres: Alfons Flores    
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