K(r)ampf der Diven
Irgendwann wurde es der Primadonna zu bunt, und das slawische Temperament siegte über die Diplomatie. «Nichts als Lügen» überschrieb Edita Gruberova ihre Presseerklärung. Keine Rede könne davon sein, dass sie Verträge für 2015 unterschrieben habe – auch wenn der Intendant dies wider besseres Wissen öffentlich behauptete. Es bleibe bei ihrer schon Wochen zuvor verbreiteten Entscheidung, schäumte sie: Im Juli 2014 ist Schluss mit der Bayerischen Staatsoper, mit einer finalen Lucrezia Borgia.
Was die Assoluta bis aufs Blut reizt, ist die Praxis Nikolaus Bachlers.
Immer weniger Anfragen adressierte er an die Assoluta. Und als ihr zu Ohren kam, «Norma» und «Roberto Devereux» würden umbesetzt (den Donizetti-Fall hat Bachler inzwischen dementiert), beschloss die Gruberova: Dann gehe sie eben von selbst. Dass die 65-Jährige nicht ewig weitersingt, weiß sie. Doch wie der überschaubare Karriereherbst in München gestaltet werden könnte, das hätte sie gern persönlich mit Bachler geklärt. Immerhin war sie im Herbst 2011 für die Japan-Reise noch gut genug. Es war nicht zuletzt die Zusage Edita Gruberovas für dreimal «Roberto Devereux», die das gefährdete Gastspiel der Bayerischen Staatsoper ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Markus Thiel
Spät hat die Lyric Opera of Chicago Händel für sich entdeckt. Auf einen konzertanten «Rinaldo» (1984) in der verstümmelten Fassung, die Marilyn Horne im selben Jahr an der Met herausgebracht hatte, folgte ein Jahr später eine ähnlich invasive Bearbeitung des Oratoriums «Samson» mit Jon Vickers in der Titelrolle. Erst mit der Aufführung der an zahlreiche Häuser...
Da kneift man sich diesen ganzen Freiburger «Rigoletto» hindurch: Eine Bühne, die es mit Ligeti, Kagel und Penderecki, mit dem Strauss der «Elektra», jüngst einem hochrespektablen «Lohengrin»und zum wiederholten Mal dem kompletten «Ring»aufnimmt – diese Bühne erlebt beim mittleren Verdi ein Problem nach dem anderen. Vor allem staunt man, wie schwer diese...
Mit der Erstfassung von «Il pastor fido» schließt sich, wenn man von den Pasticci absieht, die letzte Lücke in der Schallplattenpräsenz von Händels Opern. Das 1712 für London geschriebene Stück war dort wenig erfolgreich. «Das Bühnenbild zeigte bloß die Landschaft von Arkadien, die Kostüme waren alt, die Oper kurz.» So überliefert ein Diarist das Urteil der...
