Keine Tassen im Schrank
Hanns Eisler, bekannt für seine scharfe Zunge (deretwegen ihn sein geistiger Ziehvater Arnold Schönberg gerne «übers Knie gelegt» hätte), machte in seiner Kritik am reaktionären gesellschaftlichen Verhalten in der Musik auch vor den großen Meistern nicht halt.
Im Gespräch mit Hans Bunge bemerkte er, «dass selbst bei (…) Mozart noch das Klirren der Teetassen und der Teller beim Menü der Adeligen mitkomponiert» sei. Und dass dies auch heute noch von den Interpreten auf «ganz merkwürdige Art von Idiotie und Dummheit» übernommen würde.
Teetassen wird man aus Hanns Eislers Liedern nicht heraushören, allenfalls die Druckerpresse, wie in «Zeitungsausschnitte» op. 11, die ganz bewusst auf triviale Textfragmente zurückgreifen. Wobei der Komponist die von ihm zusammengestellten Dokumente «auf ihre Ideologie hin erhellt», wie es Steffen Schleiermacher, Pianist dieses Recitals, in seinem vorzüglichen Artikel für das Begleitheft formuliert. So tritt aus einer Heiratsannonce die Jagd nach Besitz hervor, und das von Kindermund vorgebrachte Kriegslied gerät zur Grimasse. Das alles setzen Bariton Holger Falk und Schleiermacher nicht mit klassenkämpferischer Ausdünstung, sondern ironisch und mit ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Gerhard Persché
alpha
02.02. – 21.45 Uhr
Berlioz: Symphonie fantastique
Symphonieorchester des BR, ML: Davis
arte
02.02. – 17.30 Uhr
Beethoven bei der Folle Jounée in Nantes
Am Pult des Orchestre Philharmonique de Radio France: die chinesische Dirigentin Xian Zhang.
02.02. – 23.05 Uhr
Beethovens Neunte
«Wenn jemand von einem anderen Planeten kommt und fragt: ‹Was macht die...
Wie Peter Konwitschny vor Jahresfrist in Heidelberg (siehe OW 1/2019) glaubt auch Lorenzo Fioroni nicht mehr an das humanistisch überhöhte lieto fine, das glückliche Ende des «Idomeneo». Auch er negiert die aufklärerisch-dialektischen Energien des utopischem Gesellschaftsentwurfs in Mozarts pessimistischem Lehrstück über eine zu Ende gehende Zivilisation, knüpft...
Frau Mattila, ist es Ihnen während einer «Lohengrin»-Vorstellung schon mal passiert, dass Sie die Elsa mitsingen wollten?
Nein, aber ich genieße die Szenen mit ihr, weil sie sich nun so anders anfühlen! Schöne Erinnerungen steigen da in mir auf. Ich mochte die Elsa sehr gern, als ich sie noch sang – allerdings wollte ich immer Ortrud sein. Ein spannender Charakter,...
