Keine Tassen im Schrank

Holger Falk und Steffen Schleiermacher schließen ihre Erkundungen in Hanns Eislers Liederwelt ab

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Hanns Eisler, bekannt für seine scharfe Zunge (deretwegen ihn sein geistiger Ziehvater Arnold Schönberg gerne «übers Knie gelegt» hätte), machte in seiner Kritik am reaktionären gesellschaftlichen Verhalten in der Musik auch vor den großen Meistern nicht halt.

Im Gespräch mit Hans Bunge bemerkte er, «dass selbst bei (…) Mozart noch das Klirren der Teetassen und der Teller beim Menü der Adeligen mitkomponiert» sei. Und dass dies auch heute noch von den Interpreten auf «ganz merkwürdige Art von Idiotie und Dummheit» übernommen würde.


Teetassen wird man aus Hanns Eislers Liedern nicht heraushören, allenfalls die Druckerpresse, wie in «Zeitungsausschnitte» op. 11, die ganz bewusst auf triviale Textfragmente zurückgreifen. Wobei der Komponist die von ihm zusammengestellten Dokumente «auf ihre Ideologie hin erhellt», wie es Steffen Schleiermacher, Pianist dieses Recitals, in seinem vorzüglichen Artikel für das Begleitheft formuliert. So tritt aus einer Heiratsannonce die Jagd nach Besitz hervor, und das von Kindermund vorgebrachte Kriegslied gerät zur Grimasse. Das alles setzen Bariton Holger Falk und Schleiermacher nicht mit klassenkämpferischer Ausdünstung, sondern ironisch und mit ...

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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Gerhard Persché

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