Knock-Out mit Folgen
Terence Blanchards Opernerstling «Champion», im Juni von der Kompanie des Opera Theatre of Saint Louis uraufgeführt, ist ein musikalisch wie thematisch gleichermaßen ambitioniertes Werk.
Gemeinsam mit dem Dramatiker und Filmemacher Michael Cristofer erzählt der berühmte Jazz-Trompeter, der als Komponist bis dato vor allem mit Film- und Theatermusiken in Erscheinung getreten ist, die Geschichte des karibischen Preisboxers Emile Griffith, der 1962 während eines spektakulären, im Fernsehen übertragenen Kampfes seinen Gegner, Benny «Kid» Paret, ins Koma boxte – ein Knockout, an dessen Folgen Paret zehn Tage später starb.
Gespaltenheit und Unbehagen durchdringen das Stück allenthalben. So steht der Protagonist gleich dreifach auf der Bühne: Ein gealterter, zunehmend dementer Emile (Arthur Woodley mit ergreifender, überzeugend-angeschlagener Bühnenpräsenz) blickt zurück auf das Leben des jungen Emile (hypnotisch: der junge Bariton Aubrey Allicock); ferner gibt es Emile als Kind (berührend dargestellt vom zehnjährigen Jordan Jones). Emiles innere Zerrissenheit und Gewissensqualen werden dabei im nervös-jazzigen Idiom deutlich, in den eindringlichen rhythmische Patterns und wiederkehrenden, ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Heidi Waleson
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