Klug gestaltet

Auf ihrer neuen Mozart-CD zeigt Dorothea Röschmann, dass sie mit ihren Mitteln hauszuhalten versteht – und punktet mit reifer Musikalität

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Wenn eine Sopranistin unserer Zeit mit besonderer Emphase als «Mozart-Sängerin» bezeichnet werden kann, dann Dorothea Röschmann. Obwohl sie ein breites Repertoire beherrscht, neben Agathe («Freischütz») auch die Marschallin («Rosenkavalier») oder Elsa («Lohengrin») singt, stehen die großen Sopranpartien Mozarts bis heute im Mittelpunkt ihres Wirkens. Nach einigen Gesamtaufnahmen (Pamina unter Claudio Abbado, Gräfin unter Nikolaus Harnoncourt u. a.) legt Dorothea Röschmann jetzt ein Album vor, das sieben Opern- und eine Konzertarie enthält.



Schon der Einstieg ist, im Wortsinne, furios. Rezitativ und Arie der Elettra aus dem letzten Akt des «Idomeneo» sind vokales Theater erregender Art. Röschmann versteht es, den Worten singend Nachdruck zu verleihen, Akzente zu setzen und mit ihren Mitteln so zu haushalten. Selbst eine Tour de force von expressiver Hochspannung wie «D’Oreste, d’Ajace» meistert sie, ohne an Grenzen zu stoßen.

In den Arien der «Figaro»-Gräfin zeigt die Sängerin, dass sie auch das andere Extrem beherrscht. In «Porgi amor» fließt die Stimme in schönster Weise, für «Dove sono» findet sie zunächst genau jenen sakralen Ton, der hier am Platze ist, um im Allegro-Teil der ...

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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Thomas Seedorf

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