Kampfzone Oper

Donizetti: La Mamma! am Hessischen Staatstheater Wiesbaden

Opernwelt - Logo

Mit dieser Helikoptermutter sollte man sich besser nicht anlegen. Die Titelheldin von Donizettis Komischer Oper «La Mamma!» ist eine echte Teufelsmama, die sofort die Krallen ausfährt, wenn es um den Nachwuchs geht. Um ihre Tochter, die gerade ihr erstes Engagement als Sopranistin antritt, in die beste Startposition zu bugsieren, mischt sie den Theaterbetrieb mächtig auf. An Durchsetzungskraft mangelt es dieser Übermutter nicht – der Komponist hat die Rolle schließlich für Bassbariton geschrieben.

Eine wahre Bravourpartie für Hovhannes Karapetyan, der in der Inszenierung von Wolfgang Nägele den Wischmopp schwingt und alle Widerstände kernig aus dem Weg walzt.

Donizettis Opera buffa nimmt die Theaterwelt mit all ihren Klischees ins Visier. Uraufgeführt wurde das Stück unter dem Titel «Le convenienze ed inconvenienze teatrali» 1831 in Mailand. Vier Jahre zuvor hatte der Komponist das Werk bereits als Einakter vorgelegt und es später um einen zweiten Akt erweitert. Die in Vergessenheit geratene, erst 1960 wiederentdeckte Oper findet sich auf deutschen Spielplänen heute meist in inhaltlich stark veränderter Übersetzung unter dem Titel «Viva la Mamma». In Wiesbaden setzt man nun wieder ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2026
Rubrik: Panorama, Seite 62
von Silvia Adler

Weitere Beiträge
Gold, Rausch, heiliger Wahn

Geschichten gibt’s, die gibt es eigentlich gar nicht. Es sei denn, die illustre, skurrile Runde der Serapions-Brüder hat wieder einmal ein Treffen anberaumt, um dem Phantastischen weiten Raum zu gewähren. Aus den Treffen dieser von E. T. A. Hoffmann «gegründeten» Gesellschaft literarisch bewanderter Freunde gingen so namhafte Erzählungen wie «Nussknacker und...

Böse kann er besonders gut

Wir wissen nicht, ob es Sergei Leiferkus interessiert, dennoch sei es kurz erwähnt: Disney World Florida, ein riesiger Themenpark unweit der US-Stadt Orlando, plant eine neue Attraktion, genannt «Villain’s Land». Nicht nur spitzfindige Zeitgenossen mögen die Aktualität und Brisanz eines solchen Unterfangens im Zustand der Weltpolitik sehen: Villains scheinen...

Gesinnungsnazi? Formalnazi!

Wie konnte so ein großer Dirigent so ein großer Nazi sein?», fragte der Schriftsteller und Auschwitz-Überlebende Elie Wiesel den Pianisten Alexis Weissenberg, der mit Herbert von Karajan während der 1970er-Jahre mehrfach auftrat. Die klare Antwort Weissenbergs, jüdischer Herkunft wie Wiesel: «Er war kein Nazi. Es ist ein großes Unrecht, ihn Nazi zu nennen.»

Was ist...