Kampf der Kuscheltiere
Australien ist ein Einwanderungsland – das gilt auch für die Tierwelt. Eine ganze Reihe von Arten gelangte im Zuge der europäischen Besiedlung des Kontinents ab dem Ende des 18. Jahrhunderts nach Down Under und richtet dort seither wirtschaftliche und ökologische Schäden beträchtlichen Ausmaßes an. Eine der größten Import-«Plagen» ist das Kaninchen.
Der grabe-, fress- und vermehrungsfreudige Nager ist nun zum Namensgeber eines neuen australischen Musiktheaterstücks geworden, das sich auf das heikle Terrain nachhaltiger postkolonialer Konflikte begibt: «The Rabbits», komponiert von der gelernten Sopranistin und mehrfach preisgekrönten Pop-Sängerin Kate Miller-Heidke – unter Mitwirkung ihres Musical Supervisor Ian Grandage.
Das Libretto dieser Koproduktion von Opera Australia und der Barking Gecko Theatre Company stammt von der gebürtigen Amerikanerin Lally Katz und basiert auf der gleichnamigen – von Shaun Tan fantastisch bebilderten – Fabel des australischen Jugendbuch-Autors John Marsden von 1998, die das Thema Kolonisation aus der Tierperspektive verhandelt. Zugegeben: Aktueller könnte der Stoff kaum sein. Aber taugen Karnickel und possierliche Beuteltiere als Vehikel für einen ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 85
von John Carmody
Daniel Börtz verbeugt sich hastig. Lächelt schief, mit verlegenem Stolz. Schon schielt er wieder nach der Gasse und huscht von der Bühne. Eine fürsorgliche Hand muss den 72-jährigen Schweden mit dem weißen Rauschebart wieder nach draußen lenken, auf dass er den Applaus für die Uraufführung seiner «Medea» entgegennehme: Der klingt mehr als respektvoll. Das...
Londons Nebel war notorisch. Aber er gab der Metropole an der Themse zugleich eine ganz spezielle Note, machte sie angeblich so unvergleichlich, dass nicht mal Flugzeuge abreisen wollten. So zumindest der Aphorismus eines Satirikers. Fog und Smog soll es schon im London des 13. Jahrhunderts gegeben haben; die Emission von schwefelhaltigem Rauch durch Kohleheizungen...
Er war ein bisschen aus der Zeit gefallen, als er kurz nach «Pelléas et Mélisande» und wenige Jahre vor «Salomé» mit einem Melodramma im Stil des 19. Jahrhunderts herauskam: Francesco Cileas «Adriana Lecouvreur», 1902 an der Mailänder Scala mit Angelica Pandolfini und Enrico Caruso uraufgeführt, geriet zum großen Schwanengesang der alten Oper. Eine historische...
