Zum Tanzen zu schade

Die Geburt der Wiener Operette aus dem Geiste des Dreivierteltakts: Gedanken zum 200. Geburtstag von Johann Strauß (Sohn)

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Man kommt schwer an ihm vorbei – selbst wenn man es will. Die Popularität von Johann Strauß (Sohn)  ist auch 200 Jahre nach seiner Geburt gewaltig. Den so einfachen, aufsteigenden, in breitem Rubato zu spielenden D-Dur-Dreiklang seines berühmtesten Walzers «An der schönen blauen Donau» kennen vermutlich auch jene, die ihn nicht direkt einem Komponisten zuordnen können. Geschweige denn, dass sie wüssten, dass es eine ganze Familie war, die im Wien des 19.

Jahrhunderts ein sich neu etablierendes Gewerbe dominierte: das Musik-Business; dass der Vater des berühmten Johann den gleichen Vornamen hatte; dass dessen berühmtestes Werk, der «Radetzky-Marsch», alljährlich das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beschließt, und zwar nach dem Donauwalzer. Und dass Johann, der Sohn, noch zwei Brüder hatte: den ungemein begabten Josef, der mit seinen «Delirien» und «Sphärenklängen» ganze Walzer-Symphonien schrieb; und den feschen Eduard, der in geistiger Umnachtung 1907, neun Jahre vor seinem Tod, das gesamte Notenarchiv der Strauß-Kapelle verbrennen ließ – ein ungeheurer Schaden, gerade im Hinblick auf den Verlust der zahlreichen Autographe.

Um den Wiener Strauß-Clan ranken sich unzählige ...

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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Johann Strauß, Seite 80
von Alexander Dick

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