«Ich bin wehmütig»
Herr Homoki, Sie waren jetzt 13 Jahre Intendant am Opernhaus Zürich. Träumen Sie schon auf Schwyzerdütsch?
Dafür reichen 13 Jahre leider nicht aus, obwohl wir kurz vor unserer Einbürgerung stehen. Wir fühlten uns hier von Anfang an sehr wohl. Meine Frau und ich schwimmen bis in den Frühherbst fast täglich im Zürichsee, und die Menschen haben eine besondere Sensibilität im Umgang miteinander.
Besteht diese erhöhte Sensibilität auch im Umgang mit der Kunst?
Die Schweizer nehmen sich selbst – gerade im Vergleich zu Deutschland – als kleines Land wahr. Es waltet hier eine angenehme Bescheidenheit, und Zürich ist im Vergleich zur Viermillionenmetropole Berlin eben auch eine kleine Stadt. Zugleich gibt es gerade in Zürich eine unglaubliche Dichte an wirtschaftlicher Power, eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur sowie ein weiträumiges Kunstangebot, mit Opernhaus, Tonhalle-Orchester, Schauspielhaus und vielem anderen. Der Standort lässt sich das einiges kosten, hat aber auch entsprechend hohe Erwartungen.
Hat Geld dort einen höheren Stellenwert als in Deutschland?
Ich würde sagen, man ist hier sensibler im Ausgeben von Steuergeldern. Staatliche Förderung ist durchaus nicht immer ...
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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 8
von Jürgen Otten
Herr Volkov, wenn Sie auf der Bühne stehen, wirkt es, als wären Sie dort geboren. Erzählen Sie, wie alles begann. Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?
Ich wurde in einer kleinen Stadt in der Ostukraine geboren. Schon als Kind spürte ich, dass nur die Musik mein Interessengebiet ist. Irgendwann zogen wir nach Donezk – eine größere Stadt, in der ich ernsthaft...
Frau Silja, Sie haben im April Ihren 85. Geburtstag gefeiert. Sind sie eine lebende Legende?
Nein, als solche empfinde ich mich keineswegs. Und lebende Legenden gibt es ohnehin nicht, nur mausetote.
Was sind Sie dann?
Ich bin einfach nur eine Sängerin mit langjährigen Erfahrungen.
Das klingt sehr bescheiden ...
Ich halte mich diesbezüglich an den im April...
Immer wieder stellt sich die Frage, wann und wo man am liebsten gelebt hätte. Die klassische «Rückwärts-Utopie» ist die Folge: natürlich in der Vergangenheit – im alten Athen oder antiken Rom, im heilen Mittelalter, im prächtigen Rokoko oder in der heimeligen Romantik. Geschichte verheißt Schutz vor den Krisen der Gegenwart. Schon in die jüngere Vergangenheit zieht...
