Ist da etwas oder ist da nichts?
Tallinn, Ende August. Es gießt in Strömen. Die stolze Hansestadt liegt unter grauen Schleiern, die Stimmung ist herbstlich. Tiefe Pfützen stehen auf dem Weg zur Noblessner Foundry, einer ehemaligen sowjetischen U-Boot-Fabrik, in der die Uraufführung von «Adam’s Passion» stattfinden wird. Das Regenwasser kriecht hinein bis in den Vorraum, Pappen dienen als provisorische Brücke. Die Proben in der ungeheizten Halle sind bereits fortgeschritten, denn im Herbst und Winter wird man aufgrund der Kälte pausieren müssen.
Bob Wilsons Entourage ist im vollen Einsatz, die Technik rotiert, die Assistenten flitzen. Die schroffen Gegebenheiten des Raums hat man in das Konzept integriert. Chor und Orchester unter der Leitung von Tõnu Kaljuste sitzen an der Rückfront der Halle auf einer Empore, eine große Bühne mit abschließender Lichtbox ermöglicht Wilsons typische, wie magisch erleuchtete Räume; ein riesiger Catwalk führt darauf zu.
«Adam’s Passion» ist keine durchkomponierte Oper, sondern ein Pasticcio aus Werken wie «Adam’s Lament», «Miserere» und «Tabula Rasa», ergänzt um die Neukomposition «Sequentia». Anlässlich von Pärts 80. Geburtstag soll «Adam’s Passion» Porträt des Schöpfers und Resümée ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Regine Müller
Am Ende wurde gespart. Leider. Denn ein Buch wie dieses verdient ein Register. Man möchte gern nochmals nachschlagen, will vergleichen. Doch das funktioniert nur, wenn man beim Lesen selbst einen Zettel mit Stichworten füllt. Dabei ist dieses Buch so reich an Thesen und Beobachtungen, an streitbaren und unzweideutigen. Einige Beispiele: «Es wird viel zu häufig von...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Jenufa: 3., 8., 17.
– Der Freischütz: 6., 15., 31.
– Bellini, Norma (konzertant): 22. (P), 30.
ML: Thorau, C:...
Ein double bill, wie der Engländer die Vorstellung von zwei Werken zu einem Preis nennt, ist der jüngste Abend der Kölner Oper vor allem durch die Potenzierung dessen, was sich schon in den Titeln der Werke ankündigt: Gefangenschaft, Schuld, Unrecht, kirchlicher Machtmissbrauch. Wobei die durchgehende Figur des Großinquisitors alle Momente in sich vereint.
Warum...
