Innere Perspektiven

Anna Bonitatibus und Adele D’Aronzo interpretieren Minidramen von Zingarelli bis Respighi

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In ihrem neuesten Soloalbum spürt die italienische Mezzosopranistin Anna Bonitatibus einer Gattung nach, die mit dem Ende des Barockzeitalters ausstarb – der weltlichen Solo-Kantate. Ihren Höhepunkt besaß diese um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert in Italien und Frankreich. Mit Stoffen vornehmlich aus dem Bereich der Bukolik, aber auch der antiken Mythologie, war sie schon damals eine Art Oper im Kleinen. Davon zehrt sie noch in den sechs Fundstücken einer untergegangenen Form, die Bonitatibus aufgenommen hat und zurecht «Monologe» nennt.

Wie in der Oper des 19.

Jahrhundert sind es stets Frauen in emotionalen Extremsituationen, denen wir in diesen Abschieds- und Liebesklagen begegnen. Bei Niccolò Zingarelli ist es die antike Hero, die erlebt, wie ihr Geliebter Leander beim Versuch, den Hellespont zu durchschwimmen, ertrinkt. Gaetano Donizettis von Bonitatibus hier erstmals eingespielte Kantate «Saffo» gilt dem Tod der Dichterin Sappho, die sich aus Verzweiflung über die Untreue ihres Geliebten Phaon ins Meer stürzt. Pauline Viardot vertont einen erregten Monolog aus Racines Antikentragödie «Andromaque», in der Hermione mit ihrem untreuen Verlobten Pyrrhus abrechnet. In ...

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Opernwelt August 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 37
von Uwe Schweikert

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