Inhomogen
Heike Hoffmann, seit dieser Saison Leiterin der SWR Schwetzinger Festspiele, interpretiert die Dramaturgie des Festivals auf ihre Weise: Altes und Neues sollen nicht nebeneinander stehen, sondern ineinander verschränkt werden. Der Untertitel von «Tre Volti – Drei Blicke auf Liebe und Krieg» von Annette Schlünz, mit deren Uraufführung das diesjährige Programm eröffnet wurde, passt ins Bild: «Musiktheater mit Monteverdi». Als Keimzelle fungiert dessen Madrigal «Il combattimento di Tancredi e Clorinda» auf einen Text von Torquato Tasso.
Es handelt vom christlichen Ritter Tancredi, der im ersten Kreuzzug auf einen namenlosen sarazenischen Kämpfer trifft. Er tötet ihn und muss erkennen, dass in der Rüstung seine muslimische Geliebte Clorinda steckte.
Annette Schlünz und ihre Librettistin Ulrike Draesner spiegeln den alten (erotischen) Kampf der Geschlechter in einem modernen Paar im Nahen Osten. Nicht der Mann, sondern die Frau ist die Tötungsmaschine: Sie steuert eine Kriegsdrohne. Nicht die Frau, sondern der Mann verweigert die Kommunikation: Er handelt zwar mit Handys, die Beziehung zur Partnerin aber bleibt sprachlos. Die Texte von Tasso und Draesner, Schlünz und Monteverdi ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Thomas Rothkegel
Diese Ausgrabung von Nico Dostals 1936 uraufgeführter Operette zeigt vor allem eines: unter welchen Bedingungen unterhaltendes Musiktheater nach drei Jahren NS-Kulturpolitik stattfand, nachdem mit den jüdischen Künstlern auch der freche Witz und der freie Geist aus den Theatern vertrieben worden waren. Dostals Librettist Rudolf Köller mag ein belesener Mann gewesen...
Alberto Ginastera, der international prominenteste Komponist Argentiniens im vergangenen Jahrhundert, war zu vielseitig, um als vermeintlich «typischer» südamerikanischer Tonsetzer mit dem klischeegerechten Aroma des rhythmisch-folkloristisch inspirierten Temperamentsmusikers wahrgenommen werden zu können. Dieser Façon entspricht am ehesten seine frühe...
alpha
04.06. – 11:00 Uhr
Valery Gergiev dirigiert Schostakowitsch: 11. Symphonie g-moll op. 103
Im Rahmen der Dmitri Schostakowitsch gewidmeten Retrospektive
04.06. – 21:20 Uhr
Meisterwerke der Klassischen Musik: Igor Strawinsky – Le sacre du printemps
Die audiovisuelle Konzertführer-Reihe gibt Einblicke in die wichtigsten Werke der Musikgeschichte vom Barock bis zur...
