In der Gefahrenzone

Beklemmendes Musiktheater bei der Ruhrtriennale: «Die Erdfabrik» von Georges Aperghis und Janáčeks letzte Oper «Aus einem Totenhaus»

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Als die Ruhrtriennale 2002 unter der Intendanz von Gerard Mortier als Kunstfestival für das Ruhrgebiet erstmals über die Bühne(n) ging, stellten sich dem Gründungsteam zwei Hauptaufgaben, an denen sich auch seine bislang sechs Nachfolger abgearbeitet haben: Wie lassen sich, erstens, die von der Industrie verlassenen Baudenkmäler von der Bochumer Jahrhunderthalle bis zu Salzlagern, Mischanlagen, Gebläsehallen und Kraftzentralen in speziell zugeschnittenen Produktionen neu definieren? Und auf welche Weise können, zweitens, Geschichte und Mentalität des «Reviers», aber auch die s

ozialen Bedingungen der Arbeit und die Transformation unserer Gesellschaft durch aktuelle Kunst abgebildet werden?

Im Rückblick zeigt sich, dass gerade die architektonische Großartigkeit und quasi-religiöse Aura der Hallen das eigentliche Kapital der Ruhrtriennale bilden, während inhaltliche Bezüge zum Ruhrgebiet oft etwas übermotiviert und verkrampft wirkten – ein Missverhältnis, das auch bei den diesjährigen Musiktheaterabenden, der Uraufführung von Georges Aperghis’ Stück «Die Erdfabrik» und Dmitri Tcherniakovs Inszenierung von Janáčeks Spätwerk «Aus einem Totenhaus», offenkundig wurde.

Dabei kann man den ...

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Opernwelt November 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Michael Struck-Schloen

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