In den Dunkelgründen der Nacht
Zur Signatur des Ende dieser Spielzeit scheidenden Dramaturgen-Intendanten Peter de Caluwe gehören die Pasticcios, lässig alle Werkgrenzen überschreitenden Mash Ups, die gängiges Repertoire als Material verstehen, das auf dem Weg der Dekonstruktion neu ausgeleuchtet wird. Mit einer «Trilogia Mozart Da Ponte» begann es vor fünf Jahren, es folgten der Donizetti-Doppelabend «Bastarda» und zuletzt «Rivoluzione e Nostalgia», eine zumindest musikalisch frappierende Entdeckung von Verdis selten gespielten frühen Opern.
Mit Monteverdis Triple soll es nun enden, ausdrücklich als Pendant zum gerade abgeschlossenen Brüsseler «Ring». Der Dramaturg denkt in Zyklen und Zusammenhängen, die großen Menschheitsfragen fest im Blick, und natürlich das Genre selbst im Spiegel seiner wirksamsten Revolutionäre.
Man könne es natürlich ebensogut wie eine Netflix-Saga anschauen, meint Rafael R. Villalobos, Regisseur, De- und Rekonstrukteur des Diptychons, der aus «L’Orfeo», «Il ritorno d’Ulisse in patria» und «L’ incoronazione di Poppea» ein «neues Drama» konzipiert hat. Es heißt «I Grotteschi», inspiriert von den Wandmalereien in Neros römischem Domus Aurea: kühn zusammengesetzte Mischwesen. Das passt zu ...
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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Holger Noltze
Nach dem zaghaft wirkenden Start vor einem halben Jahr (siehe OPERNWELT 12/2024) nimmt die Gesamtausgabe von Donizettis Liedern nun richtig Fahrt auf. Die dritte und vierte CD – acht sind insgesamt geplant – bringen so viele Kompositionen von herausragender Qualität, dass man sich an ihnen gar nicht satthören mag. Dies gilt insbesondere für die Scheibe mit Michael...
Oper? Tanztheater? Tragödie? Oder gar Comedy? Franck Chartier würde vermutlich nie nein sagen. Formal gesehen firmiert seine Inszenierung von Purcells «Dido and Aeneas» als Debüt in der Musiktheaterregie: für die Opernhäuser in Genf, Lille und Luxembourg. Und jetzt eben Basel. Doch das Ergebnis lässt sich erst mal schwer greifen. So wie der Sand, den es im Laufe...
Am Anfang einer langen Geschichte steht die Toccata für fünf Kornett-Stimmen, Generalbass und sicher auch Schlaginstrumente, die Monteverdi seinem «Orfeo» voranstellte und deren dreimaliger Auftritt «ein unkonzentriertes, lärmiges Publikum dazu bringen sollte, zumindest leiser zu reden». Knapp vier Jahrhunderte später eröffnet György Ligeti seine Oper «Le Grand...
