Im Zeichen des Dollars

In New York bemüht sich das Center for Contemporary Opera um neue Stücke

An der Metropolitan Opera werden Programmhefte nicht verkauft, sondern mit vollen Händen ausgeteilt. Für die Werkeinführung müssen ein paar Absätze genügen, ansonsten: Werbung, Sponsorenlisten. In den USA, wo die Subventionen nicht der Rede wert sind, müssen Opernhäuser um jeden Dollar kämpfen. Selbst dieser Pilgerort der Afficionados, an dem Simon Rattles «Tristan»noch besser klingt als in Baden-Baden und Berlin, mit «seinen» Philharmonikern. Wo Nina Stemme jetzt als Isolde, Gerald Finley als Tell triumphierte.

Wo gerade jemand während einer der «Guillaume Tell»-Aufführungen die Asche eines besonders hingebungsvollen Fans in den Orchestergraben rieseln ließ und damit ein Anti-Terror-Kommando auf den Plan rief.

Auf der anderen Seite des Central Park, im Kaye Playhouse des Hunter College an Manhattans Upper Eastside, hat man im Graben keine Probleme mit Kremiertem, sondern mit dem Schlagzeug. Das muss hinter die Bühne und zugespielt werden, aus Gründen der Balance, aber die Mikros stehen ungünstig. Louis Karchin runzelt die Stirn: «Zu viel Marimba», sagt er besorgt. Immer wenn’s gefühlvoll wird auf der Bühne, wo man Karchins zweite Oper – die Vorlage ist Charlotte Brontës «Jane ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Wiebke Roloff

Weitere Beiträge
Geht's auch schneller?

Schon seine erste Opernregie in Westeuropa hatte der Russe Kirill Serebrennikov an Berlins Komischer Oper realisiert – Olga Neuwirths spektakuläre «American Lulu» (siehe OW 11/2013). Im vergangenen Herbst dann kleidete der Theater- und Filmregisseur, Jahrgang 1969, in Stuttgart die Strauss-Oper «Salome» in Schockbilder einer kaputten Familie in kaputter Umwelt –...

Infos

JUBILARE

Marjana Lipovsek kam 1946 als Tochter des Komponisten Marijan Lipovsek in Ljubljana zur Welt. An der Musikakademie ihrer Heimatstadt sowie später an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz studierte sie Gesang. 1977 erhielt sie ihr Diplom und wurde ein Jahr später in das damals neu gegründete Opernstudio der Wiener Staatsoper...

Verehrung und Verdrängung

Biografien über Sängerinnen und Sänger zu schreiben, kann eine mühsame Sache sein. Das musste auch Eva Rieger erfahren, die mit ihren Büchern über Nannerl Mozart und Minna Wagner bereits eine breitere Leserschaft gefunden hat. Trotz umfangreicher Archivrecherchen liest sich ihr neuer Band über die Sopranistin Frida Leider (1888-1975) – die größte Wagner-Sängerin...