Im Schatten der Bartholomäusnacht
Was wäre die Operngeschichte ohne Prosper Mérimée? Bizets «Carmen» wie Offenbachs «La Périchole» verdanken sich Erzählungen des schreibenden Juristen, der im Hauptberuf als Frankreichs oberster Denkmalschützer wirkte. Sein 1829 erschienener Roman «1572. Chronik der Herrschaft Karls IX.
» wurde gar zweimal aufgegriffen: in Meyerbeers blutiger Historienoper «Les Huguenots» von 1836 und in Hérolds unterhaltsamen Stück «Le Pré aux clercs», dessen letzter Akt – wie Meyerbeers dritter – eben auf der «Schreiberwiese» zwischen Saint-Germain-des-Prés und der Seine spielt. Trotz aller Spannungen zwischen Hugenotten und Katholiken vermag bei Hérold selbst der Tod eines Edelmanns im Duell die gute Laune nicht zu trüben.
Der 1832 uraufgeführte Dreiakter sollte sich in Paris als eine der fünf am häufigsten gespielten «opéras-comiques» etablieren – bis zur vorerst letzten Aufführung von 1949. Die im Anschluss an die erste Wiederaufführung im Jahre 2015 (siehe OW 5/2015) eingespielte Studioproduktion lässt die Gründe für diesen Jahrhunderterfolg begreifen: Auf ebenso spritzige wie verspielt-ironische Weise bindet der nur fünf Wochen nach dieser Premiere verstorbene Komponist ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Anselm Gerhard
Zwei Außenseiter, ohne Zweifel. Der eine, Ermanno Wolf-Ferrari, hin und her gerissen zwischen dem Hang zur bittersüßen Melancholie und einer gewachsenen Liebe zu einer Art Rokoko-Verismus. Der andere, Nino Rota, dessen «Schicksal» es war, im falschen Jahrhundert (und für das falsche Genre) zu komponieren – allzu wenig hatte das «Zeitalter der Extreme» übrig...
Frau du Randt, gibt es überhaupt noch etwas, das Sie noch nicht gesungen haben?
Aber natürlich habe ich noch Wünsche! Die Marschallin zum Beispiel. Überhaupt würde ich gern mehr Strauss singen. Ich kann schon Dramatischeres riskieren, dann aber eben mit den Möglichkeiten meiner Stimme. Ich will sie nicht zu irgendetwas treiben oder jemanden nachahmen.
Wobei es...
Wer heute an Wettbewerben teilnimmt, muss im Misserfolg keine Häme noch Schmach befürchten. Doch Hybris kann die Hinrichtung durch Publikum und Medien nach sich ziehen. Der überambitionierten New Yorker Millionen-Erbin und Möchtegern-Diva Florence Foster Jenkins ist ebendies reichlich beschieden worden.
Eklatant waren deren Defizite: falsche Intonation,...
