Im philosophischen Nichts

Staud: Missing in cantu am Deutschen Nationaltheater Weimar

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Christian Hemke, Leiter des Weimarer Kunstfests, legt den Finger gern genau da in die Weltgeistwunde, wo es nach wie vor (oder jetzt erst recht) wehtut: beispielsweise in die der regionalen kulturellen Versteppung mitsamt Rechtsruck – oder in die eines nicht erst seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine pauschal verurteilenden Anti-Amerikanismus, der eine satte Kapitalismuskritik einschließt.

Auch in dem Musiktheater «missing in cantu (eure paläste sind leer)» von Johannes Maria Staud auf ein Libretto des Dramatikers Thomas Köck, das Anfang September als Auftragswerk des Kunstfests im Deutschen Nationaltheater Weimar uraufgeführt wurde, ist das kaum anders. Das Stück laviert mehr oder minder geschickt zwischen Nummernrevue, Moritatengesang und Brechts epischem Theater, und es bezieht das Publikum als eine Art Glotz -kolonne mit ein, die ihrem eigenen Untergang geschmäcklerisch beiwohnt.

Ob die auf einer endzeitlich mit Dschungel-, Schlachthaus- und Palastraum ausstaffierten Drehbühne angesiedelte Handlung mit mehreren Zeitebenen (von der Eroberung von Mexiko bis zum Drogenkollaps der US-amerikanischen Gesellschaft) kompositorisch nun ein Requiem oder doch mehr eine ...

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Opernwelt November 2023
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Achim Heidenreich

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