«Ich misstraue der Morgenstimmung»
Windschief. Ungeduldig hingefläzt. Die Schiebermütze in den Nacken gedrückt rutscht Krzysztof Warlikowski auf dem Regiestühlchen hin und her, von dem er sich zur Begrüßung nur ganz kurz, für ein sehr müdes Lächeln, erhoben hat. Sein Tag sei schlecht gewesen, entschuldigt er sich. Die Proben zum «Rake’s Progress» von Strawinsky, die er an der Berliner Staatsoper aufgenommen hat (in der Ausweichspielstätte im Schiller Theater), wurden kurzfristig für Beobachter gesperrt. Man befindet sich in einer kritischen Phase der Produktion.
Gut Kirschen essen ist mit dem Mann ohnehin nicht. Am Vorabend in Berlin (nach einer Vorstellung von «Un Tramway», der französischen Version von «Endstation Sehnsucht») hat er vor versammeltem Publikum der Hauptdarstellerin Isabelle Huppert das Mikrofon aus der Hand gerissen, um eine Journalistin für eine vermeintlich unverfrorene Frage abzukanzeln. Später rechtfertigt er sich und kokettiert mit allgemeiner Kommunikationsunfähigkeit. Ein erstaunliches Manko für einen Regisseur.
Als Reaktion darauf, dass sein Brüsseler «Macbeth» von «Opernwelt» zur Produktion des Jahres 2010 gewählt wurde, spitzt er nur maliziös und leicht angeekelt das Mündchen. Sind halt ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Kai Luehrs-Kaiser
Beschaut man die Szene, wird die Erinnerung an Schubert wach: Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus. Losgelöst von den Menschen, schwebt Lucia Ashton – soeben hat sie den ihr aufgezwungenen Gatten Arturo gemordet – im blutbefleckten Hochzeitskleid die Treppe hinab in den Saal (Bühne: Robert Pflanz), besteigt den festlich gedeckten Tisch, liegt dort,...
ARD
1.1. – 10.00 Uhr
Neujahrsgala.
Festspielhaus Baden-Baden. SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Asher Fisch. Solisten: Anja Harteros, Jonas Kaufmann. Arien und Duette von Verdi, Cilea, Puccini und Catalani.
ARTE
1.1. – 1.50 Uhr
Christmas in Vienna.
Weihnachtsgala aus dem Konzerthaus in Wien 2010. ORF-Symphonieorchester Wien, Wiener Singakademie und Wiener...
Der Eiserne Vorhang hat die Teile der einstigen Donaumonarchie noch gründlicher getrennt als der Frieden von 1918. Österreich orientierte sich 1945 westlich, wirtschaftlich wie kulturell. Eine Wiedervereinigung der Kronländer der Monarchie wird es nicht geben. Doch Österreich und seine slawischen Nachbarn sind einander wieder näher gerückt. Jetzt erinnert man sich...
