Empfundene, Erlittenes, Erträumtes

Rasch: Die wunderbaren Jahre am Theater Regensburg

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Zweimal wird die Schiebetür im Hintergrund geöffnet. Die Aussicht: ganz famos. Ein Wald-Wiesen-Idyll – nur dass ein Absperrklebeband das Panorama teilt und Stacheldraht die Aussicht stört. Davor steht ein riesiger Metallstuhl. Der kann beklettert und umgekippt werden, ist Thron, Zimmerecke oder auch mal eine Art Gefängnis. Ganz reduzierte szenische Zeichen sind das, mehr ginge auch nicht im kleinen Theater am Haidplatz.

Und sie sind sehr angemessen für die Vorlage, die hier zu einer Oper wurde: Reiner Kunzes Buch «Die wunderbaren Jahre» versammelt Schlaglichter des ostdeutschen Sozialismus: Erzählungen, Berichte, Selbsterlebtes vor allem aus Kinder- und Jugendjahren, knapp und lakonisch aufgeschrieben, Absurditäten des Alltags (die Nickelbrille als «imperialistischer Modeeinfluss») bis hin zum Schießbefehl und zur Erhängung mit der eigenen Unterhose im Gefängnis. Ein Destillat der DDR, kommentarlos – und vielleicht deshalb umso gefährlicher für die Führung, die Mitte der 1970er-Jahre eine Revolutionsschrift witterte.

Torsten Rasch, 1965 in Dresden geboren, Kruzianer, auch Filmmusiker, seit 2008 zudem Opernkomponist («Rotter»), dürfte seine eigenen Erfahrungen mit der Welt hinter ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Markus Thiel

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