«Ich bin ein blutiger Anfänger»
Herr Dresen, uns war bislang gar nicht bekannt, dass Sie sich für Oper interessieren...
Mir war das offen gestanden auch nicht bewusst. Bis eines Tages Michael Schindhelm, der Direktor des Theaters Basel, bei mir anrief und fragte, ob ich nicht Lust habe, mal eine Oper zu inszenieren. Das war vor sechs Jahren, er hatte meinen Film «Nachtgestalten» gesehen. Andererseits: Ganz neu ist für mich die Bühnenarbeit nicht.
Ich komme ja aus einer Theaterfamilie, mein Vater hat unter anderem Oper gemacht, ich selbst konnte in Schwerin als Tonmeister Erfahrungen im Musiktheater sammeln. Aber trotzdem: Von selbst wäre ich nie auf die Idee gekommen, eine Oper zu inszenieren. Ich habe Michael Schindhelm auch sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass er sich mit mir einen blutigen Anfänger holt. Aber er hat nicht locker gelassen.
Und dann haben Sie sich «Don Giovanni» gewünscht?
Nein, nein. Das war Michael Schindhelms Vorschlag. Als er damit ankam, hatten wir schon zwei Jahre nach einem geeigneten Stoff für mich gesucht. Ich wollte eine Geschichte mit starken Figuren und einer starken Handlung. Ich bin nun mal nicht der Typ, der opulente Bilder baut, in denen alles ausgeklügelt ist. Mich interessiert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Von Lauritz Melchiors New Yorker «Lohengrin»-Auftritten existieren nicht weniger als fünf Mitschnitte aus den Jahren 1935 bis 1950. Der mittlere von 1943 liegt jetzt bei Naxos klanglich revidiert vor und zeigt den Sänger in exzellenter Verfassung. Er ist ein eher heldischer als romantischer Lohengrin, doch seiner triumphalen Tenor-Power kann man sich kaum...
Kaum war im Herbst 2004 bekannt gegeben worden, dass Sony Classical Chef Peter Gelb die New Yorker Metropolitan Opera übernimmt, arbeitete die Gerüchteküche auf Hochtouren: Der neue General Manager werde das Heiligtum entweihen (riefen selbsternannte Tempelhüter), das Hohe Haus gar mit Musicals kommerzialisieren, um schnelle Dollars zu machen. Den Ausverkauf der...
Der Terror-Chef rast: Die allzu schöne Überläuferin erwies sich als lauwarm. Nichts ist’s mit der Revolution, stattdessen spielen wieder mal die Gefühle verrückt. Da hilft nur die Hinrichtung. Liebe und Tod liegen nah beieinander, aber am Ende siegt nicht die Internationale, sondern – die Musik.
Natürlich siegt sie, denn Mozart hat sie geschrieben. Aus «Zaïde», dem...
