Hypotheken
Es ist eine Interimslösung der besonderen Art: Die Kongresshalle des ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgeländes wird für einige Jahre zum Spielort und zur Arbeitsstätte für die Beschäftigten des Staatstheaters Nürnberg. Denn das marode, im Jahr 1905 eröffnete Opernhaus am Richard-Wagner-Platz muss generalsaniert werden. Die Kombination aus Interim und Sanierung, die Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) beim Beschluss des Stadtrats am 15.
Dezember als «Nürnbergs größte Einzelinvestition seit dem Zweiten Weltkrieg» bezeichnete, ist zuallererst ein finanzielles Mammutprojekt. Die aktuellen Kostenschätzungen für Interim und Sanierung belaufen sich auf 500 bis 550 Millionen Euro. Allerdings existieren derzeit weder ein verbindliches Raumprogramm für das Opernhaus noch ein konkreter Entwurf für die Ausweichspielstätte. Abweichungen nach oben sind also nicht unwahrscheinlich. Summen von 800 Millionen bis zu einer Milliarde Euro werden allenfalls halbherzig dementiert.
Die Stadt selbst hat für das Großprojekt kein Geld. Behauptet zumindest ihr Kämmerer Harald Riedel, der wiederholt verlangt hat, dass der Freistaat Bayern die Kosten für Opernhaus und Interim «zu 100 Prozent» ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Reportage, Seite 52
von Thomas Heinold
Seit ihrer Eröffnung 2017 ist der Komponist Giorgos Koumendakis künstlerischer Leiter der griechischen Nationaloper, die in dem gigantischen Komplex des «Stavros Niarchos Foundation Cultural Center» im südlich vom Athener Stadtzentrum gelegenen Stadtteil Kallithea beheimatet ist. International bekannt wurde er unter anderem durch die Musik, die er für die...
63. JAHRGANG, NR 02
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Der Blick des Künstlers, obschon retrospektiv, war nachgerade prophetisch. Als sich Bruno Walter nach dem Zweiten Weltkrieg in der Autobiografie «Thema und Variationen» seines Lebens und Wirkens erinnerte, beschrieb er sehr präzise auch die Stimmung des Jahres 1920. «Ich kehrte nach München zurück, wo seit dem Kapp-Putsch vom März 1920, den ein Generalstreik zum...
