Hypotheken
Es ist eine Interimslösung der besonderen Art: Die Kongresshalle des ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgeländes wird für einige Jahre zum Spielort und zur Arbeitsstätte für die Beschäftigten des Staatstheaters Nürnberg. Denn das marode, im Jahr 1905 eröffnete Opernhaus am Richard-Wagner-Platz muss generalsaniert werden. Die Kombination aus Interim und Sanierung, die Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) beim Beschluss des Stadtrats am 15.
Dezember als «Nürnbergs größte Einzelinvestition seit dem Zweiten Weltkrieg» bezeichnete, ist zuallererst ein finanzielles Mammutprojekt. Die aktuellen Kostenschätzungen für Interim und Sanierung belaufen sich auf 500 bis 550 Millionen Euro. Allerdings existieren derzeit weder ein verbindliches Raumprogramm für das Opernhaus noch ein konkreter Entwurf für die Ausweichspielstätte. Abweichungen nach oben sind also nicht unwahrscheinlich. Summen von 800 Millionen bis zu einer Milliarde Euro werden allenfalls halbherzig dementiert.
Die Stadt selbst hat für das Großprojekt kein Geld. Behauptet zumindest ihr Kämmerer Harald Riedel, der wiederholt verlangt hat, dass der Freistaat Bayern die Kosten für Opernhaus und Interim «zu 100 Prozent» ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Reportage, Seite 52
von Thomas Heinold
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