Hüpfen im Paradies

Haydn: Die Schöpfung an der Oper Nancy

Opernwelt - Logo

An der Dresdner Semperoper steuerte vor bald zwei Jahren Künstliche Intelligenz eine virtuelle Stimme, die Deutsche Oper Berlin sucht nach künstlichen Transformationen von Bilderwelten, und in Bayreuth kann man «Parsifal» mittels Augmented Reality auf einer zweiten Ebene verfolgen. Oper ist längst nicht nur noch analog. Was passiert, wenn man sie wahl -weise im Opernhaus oder im Metaverse verfolgen kann? Mit seinem eigenen Avatar …

Der Weg ins erweiterte, digitale Metaversum ist kein einfacher, wenn man kein Digital Native ist.

Ohne das Tutorial der Pressesprecherin der Oper in Nancy hätte es vermutlich nicht geklappt. Man muss im Browser erst eine Plattform laden und installieren. Ist «Sansar» betriebsbereit, muss man sich einwählen, bis man seinen Avatar, ein virtuelles Ebenbild wie aus dem Science-Fiction-Lehrbuch, konfigurieren kann. Und dann gilt es, sich mit den Befehlen auf der Tastatur vertraut zu machen. A heißt links, D rechts, S vorwärts; drückt man auf die Leertaste, hüpft der Avatar. Hüpfen im Opernhaus? Warum eigentlich nicht? Man könnte auch auf die Schaltfläche «Socialize» gehen und mit den anderen 14 Avataren, die offenbar an diesem Abend unterwegs sind, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Alexander Dick

Weitere Beiträge
Ich hab' im Traum geweinet

Die Tonart verheißt wenig Gutes. G-Moll, das kündet (im wahrsten Sinne des Wortes) von Trübsal und Tristesse. Und so verzagt, wie Malcolm Martineau die Melodietöne des viertaktigen Vorspiels auf die Tasten tupft, gewinnt man schon einen nachhaltigen Eindruck von dem, was der Dichter wenig später beklagen wird: «Hör’ ich ein Liedchen klingen, / das einst die Liebste...

Kopfgeburt

Ein starker Moment: Wotan spielt Simultanschach gegen seine Walküren, er ist so überlegen, dass er gegen eine nach der anderen gewinnt, aber nicht gegen Brünnhilde. Beide haben ihre Freude daran. Schiebt sich die menschliche und beziehungsreiche Seite nach vorne, gewinnt auch der Abend sofort an Fahrt. Insgesamt aber bleiben die beiden Regisseurinnen Alexandra...

Düfte, Farben, Klänge

Clair-Obscur», so war jene 2021 erschienene CD betitelt, auf der Sandrine Piau die zwischen Licht und Schatten changierende spätromantische Liedkunst von Richard Strauss, Alexander von Zemlinsky und Alban Berg erkundete. Jetzt widmet sie sich, unter dem Stichwort «Reflet», den Widerspiegelungen von Poesie und Gesang in der französischen Musik des 19. Jahrhunderts....