Hoch die Gläser!
erona kann sehr heiß sein. Nur zu gut erinnere ich mich an meinen ersten Besuch in der Arena: wir, ein Trüppchen opernbegeisterter Studienfreunde, unser Gefährt ein alter Golf, natürlich ohne Klimaanlage. Fast wäre die Fahrerin wegen der Hitze ohnmächtig geworden, aber wir schafften es bis in die Stadt, drängelten uns mit den Tagesausflüglern vom Gardasee vor dem Julia-Balkon, ließen uns in einer Touristen-Trattoria übers Ohr hauen – und erlebten eine typische Veroneser Inszenierung: «Il trovatore» mit echten Pferden, Statistengewusel, Lagerfeuer auf offener Szene.
Herrlich stieg im Finalakt der Mond hinter der Bühne empor. Gegen ein Uhr morgens, als die Zuschauerströme versiegt waren, streiften wir durch die Gassen der Altstadt, berauscht von Verdis Volksmusik, verzaubert vom genius loci.
Auch 2013 sollte wieder ein Jahrhundertsommer werden: Genau vor 100 Jahren nämlich wurde in dem römischen Monumentalbau erstmals Oper gespielt. Lange hatten der Tenor Giovanni Zenatello und der Dirigent Tullio Serafin damals überlegt, wie der anstehende 100. Geburtstag Giuseppe Verdis angemessen zu begehen sei. Da kam Zenatello plötzlich eine Idee: Wie wäre es mit «Aida» in der Arena?! Welcher Ort ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Reportage, Seite 54
von Frederik Hanssen
Das Detmolder Landestheater ist ein Ort der Kontinuitäten: Seit zehn Jahren ist Erich Wächter dort GMD, seit acht Jahren Kay Metzger Intendant. Zusammen haben sie das Detmolder Theater zu einem viel beachteten Wagner-Haus gemacht, trotz der beengten Verhältnisse, die in dem weißen Jugendstil-Schmuckkästchen herrschen. Zwischen 2007 und 2009 wurde ein überaus...
Ist das Richard Wagner? Ist das der an mangelndem Selbstbewusstsein wahrlich nicht leidende Meister von Bayreuth, der Zukunftsmusiker, der da auf dem Boden kniet und sich verzweifelt die Ohren zuhält? Und das in Gegenwart eines Frauenterzetts, das ihm sein eigenes «Hojotoho» entgegenschleudert. Ist das jener R., den Ehefrau Cosima in ihren Tagebüchern als «doch...
Vox populi. Klingt gut. Irgendwie griffig. Ein bisschen exklusiv (man spricht Latein!), aber doch der Plebs zugewandt. Unter diesem Motto stand die jüngste Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Also auch die Festspielwochen, mit denen Deutschlands bestausgestattete Opernbühne traditionell das Theaterjahr beschließt. Vox populi. Eine Dachmarke. Auf der Homepage...
