Hoch die Gläser!
erona kann sehr heiß sein. Nur zu gut erinnere ich mich an meinen ersten Besuch in der Arena: wir, ein Trüppchen opernbegeisterter Studienfreunde, unser Gefährt ein alter Golf, natürlich ohne Klimaanlage. Fast wäre die Fahrerin wegen der Hitze ohnmächtig geworden, aber wir schafften es bis in die Stadt, drängelten uns mit den Tagesausflüglern vom Gardasee vor dem Julia-Balkon, ließen uns in einer Touristen-Trattoria übers Ohr hauen – und erlebten eine typische Veroneser Inszenierung: «Il trovatore» mit echten Pferden, Statistengewusel, Lagerfeuer auf offener Szene.
Herrlich stieg im Finalakt der Mond hinter der Bühne empor. Gegen ein Uhr morgens, als die Zuschauerströme versiegt waren, streiften wir durch die Gassen der Altstadt, berauscht von Verdis Volksmusik, verzaubert vom genius loci.
Auch 2013 sollte wieder ein Jahrhundertsommer werden: Genau vor 100 Jahren nämlich wurde in dem römischen Monumentalbau erstmals Oper gespielt. Lange hatten der Tenor Giovanni Zenatello und der Dirigent Tullio Serafin damals überlegt, wie der anstehende 100. Geburtstag Giuseppe Verdis angemessen zu begehen sei. Da kam Zenatello plötzlich eine Idee: Wie wäre es mit «Aida» in der Arena?! Welcher Ort ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Reportage, Seite 54
von Frederik Hanssen
Draußen vor der Helmut-List Halle, in einem an Sultan Saladins Zeiten erinnernden Zelt, prangt das Logo eines Energie versprechenden Prickeldrinks. Doch wer braucht hier ein Aufputschmittel? Wohnt nicht jeder Harnoncourt-Premiere ohnehin ein Prickeln inne, zumal, wenn es sich um Offenbach handelt? Beide Herrschaften verbindet ja mehr als das Cellospiel und die...
Jahrzehntelang bekamen Regisseure, die schöpferisch mit klassischen Werken umgehen, zu hören, sie sollten doch lieber neue Stücke schreiben. Genau das ist jetzt beim dritten «Infektion!»-Festival der Berliner Staatsoper geschehen. Seine beiden repräsentativen Uraufführungen sind Opern über Opern. Claus Guth und Helmut Oehring haben im Schiller Theater Henry...
Frau Kurzak, eine Rolle wie Donizettis Regimentstochter macht Ihnen an Unverschämtheit und Witz derzeit kaum jemand nach. Selbst Natalie Dessay wirkte kühler, Edita Gruberova hatte etwas Automatenhaftes, und Joan Sutherland gab mehr das Zirkuspferd. An wem haben Sie sich orientiert?
Allenfalls an Mariella Devia. Sie gehört zu meinen Vorbildern. Wenn gelacht wird,...
