Habe Dank!
Der Glaube, so sagt man, sei imstande, ganze Gebirgsketten zu versetzen. Der Aberglaube hingegen vermag Menschen in herbe Nöte zu stürzen, denen sie problemlos und bequem entweichen könnten, würden sie der Statistik vertrauen. Die besagt nämlich auch im Fall des berühmten Phänomens «Freitag, der Dreizehnte», dass an diesem Tag nicht mehr und auch nicht weniger Schlimmes passiert als an anderen Tagen des Jahres. Und doch ist die Zahl derjenigen, die mit diesem Datum dämonisch-diabolische Gedanken, ja, sogar Untergangsszenarien verbinden, enorm. Nur der Himmel weiß, warum.
Auch Arnold Schönberg, der große Visionär der Neuen Musik, zählte zu den Vertretern des Homo sapiens, die diesen Tag fürchteten wie der Teufel das Weihwasser. Medizinisch ausgedrückt, litt er unter Triskaidekaphobie, unter der Angst vor der Zahl 13 – was spöttische Geister mit dem Bonmot kommentierten, gerade deswegen habe er die Dodekaphonie erfunden. Tatsächlich aber wurden Schönbergs Befürchtungen bestätigt: Er starb am Freitag, den 13. Juni 1951. Und was den Zahlenmystiker posthum vermutlich kaum minder arg verstört hätte: Sein 150. Geburtstag fiel auf einen Freitag. Als wäre dies nicht genug der schlechten ...
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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Jürgen Otten
JUBILARE
Neil Shicoff wurde in New York geboren und studierte an der Juilliard School of Music. Sein Debüt gab der Tenor 1975 in Cincinnati in der Titelrolle von Verdis «Ernani» unter dem Dirigat von James Levine. Ein Jahr später stand er erstmals auf der Bühne der Metropolitan Opera. Engagements an der Mailänder Scala, Londons Royal Opera House, dem Gran Teatre...
Ein paar Zitate des Meisters aus Stratford kurven zu Beginn durchs Video. Wenn die Ouvertüre dann heißläuft, ist dort nur noch groß zu lesen: «Bla, bla, bla.» Keine an Shakespeare adressierte Blasphemie ist das, gemeint sind mutmaßlich Librettist Salomon Hermann Mosenthal und, als Mitschuldiger, der Komponist des Werks. «Die lustigen Weiber von Windsor», so sehr...
Fliegende Fische
Droben im Norden, so sagt man, reden die Menschen nicht besonders viel. Das mag stimmen. Doch im Theater ist das anders, so auch im Stadttheater Bremerhaven, in das sich die Großkritik so gut wie nie verirrt. Im Rahmen der Serie «Opernwelt auf Landpartie» statten wir dem Haus einen Besuch ab und nutzen die Gelegenheit, den neuen «Rosenkavalier»...
