Gut gebaut
Dem Kurzzeit-Schwiegersohn Ernst Krenek zufolge war sie eigentlich recht einfach zu begreifen: «Ihr Stil war der von Wagners Brünnhilde, transportiert in die Atmosphäre der Fledermaus.
» Aber war Alma Mahler-Werfel wirklich eine solche Sphinx, nur ohne Geheimnis? Ihre große Kunst, geliebt zu werden, nicht nur von Gustav Mahler, Walter Gropius, Oskar Kokoschka und Franz Werfel, sondern auch von anderen, etwa der «Carricatur» Alexander von Zemlinsky oder vom Priester Johannes Hollnsteiner: War diese Kunst, wenn sie ihr denn ins Konzept passte und sich lohnte, hauptsächlich durch eine stupende erotische Freizügigkeit und unbedingte Verfügbarkeit geprägt? Selbst wenn sie sich immer wieder in ihren Tagebüchern und anderen Äußerungen über die meisten ihrer Männer antisemitisch oder sonst wie abschätzig geäußert hat?
So wie in «Alma» nach Ido Ricklins Libretto und mit der Musik von Ella Milch-Sheriff wurde ihre Geschichte jedenfalls noch nicht erzählt, schon gar nicht als Oper: nämlich als große Groteske mit dem gleichzeitigen Fokus auf ihrer Tragik als einer Mutter, die an ihren Kindern schon lang gescheitert ist, bevor sie sie durch frühen Tod verliert – oder, wie in Anna Mahlers Fall, ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Walter Weidringer
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