Grün ist die Hoffnung
Vor acht Jahren ging die erste Ausgabe des Opera Forward Festivals in Amsterdam an den Start. Die Welt war noch eine andere, damals sorgte man sich «nur» um einen Rechtsruck in der Politik und wählte für dieses Format bewusst einen Titel, der abgekürzt «OFF» lautet – Verweis auf die freie Szene, die man so ermuntern und einbeziehen wollte. Das ans Amsterdamer Opernhaus angedockte Festival eröffnete 2016 mit der Uraufführung von «Only the sound remains» der inzwischen verstorbenen finnischen Komponistin Kaija Saariaho mit dem Countertenor Philippe Jaroussky in der Hauptrolle.
Eine weltabgewandte Klangzauber-Poesie, große Oper aus der Feder einer weltweiten Künstlerin, inszeniert von einem Philanthropen, von Peter Sellars.
Acht Jahre später, nach einer Pandemie, die das Festival ausbremste und im zweiten Jahre ins Digitale trieb, stehen nun ganz andere Themen auf der Agenda. Denn die Niederlande begreifen sich, motiviert von der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, als Vorreiter in Sachen Dekolonisierung, Diversität und Inklusion. Die Errungenschaften dieses neuen Mainstreams des Kulturbetriebs sind auf Schritt und Tritt zu spüren, besonders in den Museen.
Das Motto dieser Saison ...
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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Regine Müller
Unermüdlich wirkt der Geist, der forscht. 92 Jahre alt ist Alexander Kluge, einer der maßgeblichen Intellektuellen dieses Landes, im Februar geworden und nach wie vor mit einer Wachheit gesegnet, die sich viele jüngere (und wokere) Teilnehmer an gesellschaftspolitisch-künstlerischen Diskursen vermutlich wünschen würden. Jüngster Beleg ist ein gemeinsam mit Sonja...
So viel gereckte Fäuste, wütend im Widerstand gegen eine verkehrte Welt. Später dann, am zweiten Abend des zweiteiligen, von Krystian Lada arrangierten Verdi-Pasticcios an Brüssels La Monnaie: so viel Pistolengefuchtel wie lang nicht mehr gesehen; schließlich geht es ja um die Geschichten von ein paar Männern und Frauen, damals, 1968, und 40 Jahre danach. Zwischen...
Am Ende kratzte man sich den Kopf. Sicher, das kann bei Uraufführungen schon mal vorkommen. Aber es ist doch eine Seltenheit, dass immer auch das Gegenteil dessen zumindest nicht ganz falsch ist, was man zugunsten einer Aufführung sagen oder als Kritik an ihr einwenden möchte. Dieser Abend war gute drei Stunden lang lähmend und erfrischend, locker und verkrampft,...
