Großmeister der Kulisse
Für viele war er der Größte, für nicht wenige eine Zumutung. Wer sich die Oper als Museum wünscht, als Schaukasten einer zum Hort des maßlos Schönen verklärten Vergangenheit, findet in der verschwenderischen Opulenz, die Franco Zeffirelli auf der Bühne wie auf der Leinwand kultivierte, genau jenen vermeintlich historisch korrekten Glanz der Oberfläche, der die Sehnsucht nach Kulissenzauber bedient.
Wer Sinn und Bedeutung eines Werks durch die Zeiten nicht als etwas Gegebenes, sondern als das – stets vorläufige – Ergebnis forschender Deutungsarbeit begreift, kann an seinen ins Bombastische getriebenen Materialschlachten nur verzweifeln.
Die Klaviatur der Ausstattungsorgie beherrschte der 1923 als Gianfranco Corsi geborene Florentiner so perfekt, dass ihm nicht nur ein nach monumentaler Illusion dürstendes Publikum, sondern auch Diven wie Maria Callas (als Traviata und Tosca) oder Elisabeth Taylor (in seiner Verfilmung von Shakespeares «The Taming of the Shrew») zu Füßen lagen. Ob Zeffirelli, der bei Luchino Visconti als Bühnenbildner anfing, an der Scala, Met oder Covent Garden inszenierte, ob er Opernfilme (wie «Otello» mit Plácido Domingo) oder Schmachtfetzen über Franz von ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Erinnerung, Seite 63
von Albrecht Thiemann
alpha
04.08. – 20.15 Uhr
Absolute Prokofiev (1)
11.08. – 20.15 Uhr
Absolute Prokofiev (2)
Osterfestival Moskau, 2012
Orchester des Mariinsky-Theaters, Sankt Petersburg
ML: Gergiev
arte
03.08. – 21.00 Uhr
Mascagni: Cavalleria rusticana in den Sassi von Matera
F/CH 2019
ML: Valcuha, I: Corsetti, S: Aronica, Zilio, Gagnidze, Martinucci, Simeoni
Nach «La traviata» am...
Der Gefangenenchor ist ganz wunderbar gelungen. So leise im Ansatz, so gemäßigt im Ausbruch, so liebevoll in der klanglichen Zuwendung ist dieses Zentralstück im Repertoire des radiophonen Wunschkonzerts selten zu hören – der erweiterte Chor des Opernhauses Zürich, von Janko Kastelic vorbereitet, zeigt hier, was er kann. Überhaupt öffnet sich ab dem dritten der...
Als Lise Davidsen 2016 beim Festival in Bergen mit einem Liederabend vorgestellt wurde, hatte sie ihre Wettbewerbserfolge (Operalia und Queen Sonja) bereits hinter sich und wurde als Stimmwunder und norwegische Zukunftshoffnung gehandelt (siehe OW 7/2016). Inzwischen ist die Zukunft schon vielfach Gegenwart geworden. Große Rollen- und Hausdebüts haben den...
