Grenzerfahrung

Donizetti: Roberto Devereux am Theater Genf

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Die Verehrung einer alternden Frau für einen deutlich jüngeren Liebhaber wird noch heute, zumal vom männlichen Geschlecht, nicht selten süffisant belächelt. Zu Zeiten von Englands erster Langzeitkönigin – Elisabeth I. war zugleich letzter dynastischer Spross der Tudors – muss die Neigung mindestens boshafte Blicke ausgelöst haben. Fraglos kam da auch gemeines Getuschel als Gossip hinzu sowie die für eine Monarchie überaus relevante Frage, wie denn bei derartiger Neigung der Fortbestand des Königreichs gesichert werden könne.

Im Falle jener «Virgin Queen», die als Elisabeth I. anno 1603 knapp 70-jährig kinderlos starb und dennoch einem ganzen Zeitalter der Kunst, Musik und Literatur ihren Namen lieh, war die Familiengründung freilich schon seit einer halben Ewigkeit ad acta gelegt. Doch wie wird sie sich in ihrem Hofstaat die Autorität gesichert haben? Wie reagierte sie auf subtile Anfeindungen? Wie schützte sie sich vor den Verwundungen ihrer Seele durch buckelnde Hofschranzen, durch allein ihren eigenen Vorteil suchende Generäle?

Mariame Clément und ihre Ausstatterin Julia Hansen brauchen für ihre klug-subtile Zeichnung der am Ende tragisch scheiternden Königin in Genf keine ...

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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Peter Krause

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