Ein säkularisierter Held
Opernkennern ist der biblische Kriegerheld Simson unter dem vertrauteren Namen Samson bestens bekannt. Camille Saint-Saëns’ «Samson et Dalila» konnte sich als einzige der elf Opern des Komponisten im Repertoire behaupten. Der Erfolg stellte sich allerdings nicht sofort ein. Nach vergeblichen Versuchen, die Oper in Frankreich auf die Bühne zu bringen, fand die Uraufführung 1877 schließlich unter dem Titel «Simson und Delila» in deutscher Sprache am Weimarer Hoftheater statt.
Saint-Saëns und sein Librettist Ferdinand Lemaire waren nicht die Ersten, die in der Geschichte des tragischen Helden Samson ein packendes Opernsujet erkannten. Ihr Werk griff bewusst auf ein Libretto zurück, das Voltaire für Jean-Philippe Rameau gedichtet hatte. Während Rameaus Partitur verschollen ist (in diesem Sommer aber beim Festival d’Aix en Provence auf wundersame Weise «wiederbelebt» wird), sind die Noten einer anderen Samson-Oper aus dem Archivdunkel ans Tageslicht gelangt. Erst vor wenigen Jahren erschienen Partitur und Klavierauszug von Joachim Raffs Musikdrama in drei Abteilungen (fünf Aufzügen) «Samson» im Stuttgarter Verlag Edition Nordstern. Trotz zahlreicher Bemühungen an mehreren Theatern war ...
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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Thomas Seedorf
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