Gewaltakt

Rameau: Zoroastre am Theater Münster

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Von diesem Abend behält man vor allem den Raum in Erinnerung. Ralf Käselau hat, mit einfachsten Mitteln, aber szenisch wirkungsvoll, bei offenem Vorhang eine Art Zirkusarena auf die Bühne gebaut und sie, leicht versetzt, über den hochgefahrenen Graben bis in den Zuschauerraum vorgezogen. Das kleine Orchester sitzt abseits links an der Wand, der Dirigent steht mit dem Rücken zur Szene, hinter ihm ist eine gemalte Wüstenlandschaft zu sehen.

Lorenzo Fioroni, der ursprünglich vorgesehene Regisseur, liebt es, die Artifizialität der Oper durch Ausblicke in scheinbar naivere Formen wie das Kasperletheater oder den Zirkus zu erden und zugleich zu verfremden. Georg Schütky, der nach Fioronis privat bedingter Absage die Inszenierung übernahm, war mit dieser Aufgabe sichtlich überfordert.

Rameaus «Zoroastre», die vierte und unbekannteste seiner fünf großen Tragédies en musique aus dem Jahr 1756, macht es der Regie allerdings auch schwer. Statt wie gewohnt in die griechische Mythologie, versetzt uns die Handlung in dezidiert aufklärerischer Absicht ins antike Persien, wo ein symbolischer Machtkampf zwischen Gut und Böse, Licht und Finsternis, Monotheismus und Aberglauben tobt, verkörpert ...

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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Uwe Schweikert

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