Geschmackvoll

Tschaikowsky: Eugen Onegin
MÜNCHEN | GÄRTNERPLATZTHEATER

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Eine einzige Arie hat der Fürst Gremin in «Eugen Onegin» zu singen –  Sava Vemić beschert sie am Gärtnerplatztheater dennoch den größten Szenenapplaus des Premierenabends. Und zu Recht. Einen Bass von solch authentischer Schwärze und derart wohlgerundeter Klangfülle hat in einer an tiefen Stimmen armen Zeit nicht jedes Haus in seinem Ensemble. Wie man hier überhaupt stolz ist, Tschaikowskys Oper gleich doppelt aus den eigenen Reihen besetzen zu können.

Mit kernig virilem,  zugleich elegantem Bariton gibt Mathias Hausmann einen auch darstellerisch idealen Titelhelden ab. Camille Schnoor verfügt für die Tatjana über die nötige Mittellage, die sie auch in ein feines Piano zurücknehmen kann. Die emotionale Entäußerung geht Schnoor freilich noch so kontrolliert an, dass sie etwas kühl wirkt. Dafür klingt Lucian Krasznec als Lenski gerade aufgrund seiner intensiven Gestaltung bisweilen schneidend. Doch die Arie «Kuda, kuda» singt er in berührend feinen Verzweiflungsschattierungen.

Dass er seine Olga (mit schönem, frischem Mezzo: Anna-Katharina Tonauer) zuvor nicht küssen darf, motiviert die Inszenierung durch das Einschreiten von deren Mutter Larina, die Ann-Katrin Naidu zur echten ...

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Opernwelt Dezember 2020
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Michael Stallknecht

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