Gedämpfte Farben
2005 wurde Nina Stemme in der «Opernwelt» zur «Sängerin des Jahres» gewählt. Im selben Jahr war sie Bayreuths vielbewunderte Isolde in Christof Marthalers wenig bewunderter Inszenierung. Die schwedische Sopranistin hat es klug vermieden, sich danach als Wagner-Stimme abstempeln zu lassen.
Statt landauf, landab als Isolde oder Sieglinde zu gastieren oder gar, was ihr sicherlich sofort angeboten wurde, Elektra oder Brünnhilde zu versuchen, gab sie in Zürich Verdis Aida und Strauss’ Feldmarschallin, blieb in Genf bei der «Tannhäuser»-Elisabeth und sang in Göteborg eine überragende Arabella. Von all dem haben wir mit Interesse berichtet. Nun legt sie bei EMI ihr erstes Solo-Rezital vor, das ganz Richard Strauss gewidmet ist und durch den aufreizenden Vergleich mit Kirsten Flagstad vermarktet wird.
Es beginnt mit einer Enttäuschung. Die Schlussszene von «Salome» liegt Nina Stemme denkbar fern. Es fehlt nicht nur an Bühnenerfahrung mit der komplexen Rolle. Es fehlt an raffinierter Sprachbehandlung und innerer Glut. Nicht einmal, wenn Salome die Zunge des Propheten Jochanaan lustgeil und ängstlich als «Scharlachnatter» beäugt und besingt, lässt sich Nina Stemme aus der Reserve locken. Das ...
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So wie der Name Strawinskys ist auch der von Picasso eng mit den Ballets Russes verknüpft. Für Diaghilews Truppe entwarf der Maler eine Reihe von Ausstattungen: Sie begann mit «Parade» im Jahr 1917, und bereits dort war Picasso mehr als ausführendes Organ oder schlichter Bilderfinder. Stets vertrat er die Logik seiner Bilder auch dramaturgisch gegenüber der...
Charpentiers «Louise», anno 1900 an der Pariser Opéra-comique uraufgeführt und in den folgenden Jahrzehnten rund tausendmal auf dem Spielplan des Theaters, konnte ihren Erfolg, wie manch andere Werke, nicht auf Dauer konservieren. Selbst in Frankreich hielt sich die Zahl der Neuinszenierungen in Grenzen, allerdings wuchs in der jüngeren Vergangenheit das Interesse...
Ein Krisensymptom. Das ist die einzige Bedeutung dieser Aufführung. Nach seiner Total-Havarie mit «Arabella» hält sich Alexander von Pfeil, der Chefregisseur der Deutschen Oper, diesmal interpretatorisch zurück. Ergebnis: Nicht nur er selbst, sondern auch Chor, Dirigent und sein Ausstattungsteam werden durch Buhstürme von der Bühne gefegt. Respekt gegenüber dem...
