Geben und nehmen
Die Vokalduette und Vokalquartette von Schubert, Schumann und Brahms führen ein Schattendasein; abseits der Lied-Hochburgen in Heidelberg, Hohenems und Stuttgart begegnet man ihnen kaum je im Konzertsaal. Noch schlechter ist es um die französischen Mélodies À deux voix bestellt, die selbst in ihrem Ursprungsland so gut wie unbekannt sind.
Unter diesem Titel haben Adriana González und Marina Viotti mit maßgeblicher Unterstützung ihres Klavierbegleiters Iñaki Encina Oyón, der auch für die Programmkonzeption verantwortlich zeichnet, jetzt 22 Duette zu einem bunten Bouquet zusammengebunden.
Es scheint in Frankreich üblich gewesen zu sein, einen Sammelband von 20 Liedern mit einem Duett abzuschließen. Unter den insgesamt ausgewählten 13 Komponistinnen und Komponisten finden sich große Namen, von Gounod bis Chausson, aber auch völlig unbekannte wie der von Charlotte Devéria (1856–1885) oder der des gänzlich in Vergessenheit geratenen Paul Puget (1848–1917), Chordirektor der Pariser Opéra; dessen glänzende Vertonungen zweier Gedichte von Théophile Gautier wurden hier erstmals eingespielt. Die größte Überraschung aber stellen die sechs Duos von Charles-Marie Widor dar, der neben seinen ...
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Opernwelt April 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 36
von Uwe Schweikert
Im vergangenen Juli legte die Gewerkschaft Les Forces musicales, die 51 französische Opernhäuser und Orchester vertritt, eine konsternierende Broschüre vor. «La Saison fantôme» betitelt, stellte sie eine Auswahl von 19 «Geister-Produktionen» vor, die das Publikum diese Spielzeit nicht oder nur in flüchtigen Umrissen zu sehen bekommt. Abgesagte Produktionen oder...
Und die Moral von der Geschicht’: Auch wenn die Karriere lockt (und vielleicht ein anderer Mann), auch wenn die Fremde Neues und Aufregendes überm Tellerrand verheißt – am schönsten ist es doch im Dorf bei Franjo. Wo es munter trachtelt und fröhlich Sonne, Blumen und Wälder besungen werden. Lange vor dem Urknall der Emanzipation ist dieses Stück entstanden, wie so...
Es ist keine Schande, den Namen von Rita Strohl noch nie gehört zu haben. Auch einschlägige Lexika kennen ihn nicht – ein Schicksal, das Debussys Zeitgenossin mit vielen Komponistinnen teilt. Wie ihr berühmter Landsmann stand Strohl im Bann des Symbolismus und damit fest in der französischen Tradition, war zugleich aber eine glühende Anhängerin Wagners. Sie begann...
