Furor und Strenge

Verdi: La forza del destino an der Oper Bonn

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Zur Zeit der ersten Aufführungen von Giuseppe Verdis «La forza del destino» in Petersburg (1862) und Mailand (1869, in umgearbeiteter Fassung) war das Orchestervorspiel die Schwelle zwischen der gesellschaftlichen Realität und dem ersten Sängerauftritt: Die wenig geachtete Instrumentalmusik diente der Beruhigung der erhitzten Körper und entfesselten Mundwerke; was der Komponist aus diesem akustischen Niemandsland machte, war seine Sache.

Mittlerweile hat man erkannt, dass es sich lohnt, zuzuhören, wenn Verdi in der großen nachkomponierten «Sinfonia» wesentliche Motive der Oper vorwegnimmt und ihnen ein unscheinbares Motiv aus dem 4. Akt als obsessiv kreisenden Schicksalsmotor unterlegt.

Regisseur David Pountney hat zugehört und überlegt, wie man der buntscheckigen Handlung nach dem blutigen Zeitroman des Duque de Rivas schon in der Ouvertüre ein paar rote Fäden mitgeben könnte. Pountneys Lösungen sind griffig, aber auch ein bisschen unterkomplex. Ein Todesengel im Barockkostüm tritt auf und stößt zum dreimaligen Orchesterschlag seinen Zeremonienstab eher zaghaft auf den Boden (die schlappe Geste wird auch beim wiederholten Mal nicht furchteinflößender). Den Rest besorgt ...

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Opernwelt März 2025
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Struck-Schloen

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