Flucht in die Groteske

Die erste szenische Produktion von André Grétrys «La Caravane du Caire» driftet in Richtung Karikatur

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Letzter Halt vor Kairo. Die Karawane des unerbittlichen Sklavenhändlers Husca, unter dessen Beute sich auch der junge Franzose Saint-Phar und seine frisch angetraute Zé-lime befinden, wird von räuberischen Arabern attackiert, die der heldenhafte Europäer, der sich damit freikaufen wird, natürlich besiegt. André-Ernest-Modeste Grétry schreibt hier keinen unzählige Male schon gehörten «bruit de guerre», sondern ein doppelchöriges Chortableau von aggressiven Kriegern und verzweifelten Frauen.

Wie das glänzend eingespielte Regieteam aus Marshall Pynkoski, Jeannette Lajeunesse-Zingg, Antoine Fontaine, Camille Assaf und Hervé Gary, für das es Metiergrenzen nicht gibt, dies in souveräner Choreographie auffächert und – als Sahnehäubchen – den obligatorischen Kriegslärm durch einen Säbeltanz des virtuosen Ballets der Versailler Opéra Royal ersetzt: Das ist schon mitreißend, ja, bravourös. Allerdings kosten Hervé Niquet und sein Concert Spirituel die Kontraste nicht gleichermaßen aus: Überhastet steigen sie in den mit seinem Bordunton und seinem Sechsachteltakt entspannte Ruhe signalisierenden bukolischen Beginn des Werkes ein – und das wird das Grundtempo der Aufführung bleiben und viele ...

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Opernwelt März 2025
Rubrik: Medien, Seite 24
von Klaus Heinrich Kohrs

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